„Weshalb denn das?“ fragte der Fürst lachend. „Nur weil sie jetzt lachen? Oh, auch ich würde die Gelegenheit nicht versäumen. Doch trotzdem: ich habe den Esel in jeder Gestalt gern. Ein Esel ist immer ein guter und nützlicher Mensch.“
„Aber Sie selbst, Fürst, sind Sie gut? Ich frage aus Neugier,“ sagte die Generalin ganz harmlos.
Wieder brachen alle in Lachen aus.
„Ach, das war doch nicht so gemeint! Ihr habt wirklich nichts anderes als den Esel im Sinn!“ rief die Generalin unwillig aus. „Glauben Sie mir, Fürst, ich habe es nur so gesagt, ganz gedankenlos, ohne jede ...“
„Anspielung? Oh, ich glaube es Ihnen, zweifellos!“
Und der Fürst konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen.
„Es ist nur gut, daß Sie lachen. Das gefällt mir sehr. Ich sehe, Sie sind ein guter Mensch,“ sagte die Generalin.
„Mitunter auch kein guter,“ antwortete der Fürst.
„Nun, ich bin immer gut,“ bemerkte die Generalin ganz unerwartet, „ich bin tatsächlich immer gut, und das ist mein einziger Fehler; denn man soll nicht immer gut sein. Ich ärgere mich sehr oft über diese drei hier, zum Beispiel, und über Iwan Fedorowitsch besonders, doch dumm ist nur, daß ich noch besonders gut bin, wenn ich mich ärgere. Vorhin, kurz bevor Sie kamen, ärgerte ich mich wieder und tat, als begriffe ich nichts, und als könnte ich auch nichts begreifen. Das kommt bei mir so vor, ganz als wäre ich ein Kind. Aglaja hat mir eine Lektion erteilt, hab’ Dank dafür, Aglaja. Übrigens, das ist ja doch alles Unsinn. Ich bin noch nicht so dumm, wie ich scheine und wie mich meine kleinen Töchter machen wollen. Ich habe Charakter und bin nicht zimperlich. Ich sage das jetzt nur so, nicht etwa, weil ich ihnen böse bin. Komm her, Aglaja, gib mir einen Kuß ... Nun, genug der Zärtlichkeit,“ sagte sie, als Aglaja ihr nach einem Kuß auf den Mund auch noch zärtlich die Hand küßte. „Fahren Sie fort, Fürst. Vielleicht fällt Ihnen noch etwas Interessanteres ein als das vom Esel.“
„Ich begreife nicht, wie man so auf Kommando erzählen kann,“ wunderte sich Adelaida, „ich würde es wirklich nicht können.“