„Beruhigen Sie sich, mein Freund, Sie übertreiben die Sache. Und es liegt gar kein Grund vor, so zu danken; das ist ja an sich ein sehr lobenswertes Gefühl, aber es ist doch übertrieben.“

„Ich danke ja gar nicht, ich ... freue mich nur über Sie, ich bin glücklich, indem ich Sie ansehe. Ich spreche vielleicht sehr dumm, aber ich muß – sprechen, ich muß erklären ... und wenn auch nur aus Achtung vor mir selbst.“

Alles das brachte er wirr, unverständlich und fast fieberhaft hervor; möglich, daß die Worte, die er aussprach, gar nicht diejenigen waren, die er sprechen wollte. Und sein Blick, mit dem er alle ansah, schien zu fragen: darf ich sprechen? Die alte Bjelokonskaja betrachtete ihn – und da trafen sich ihre Blicke.

„Nur zu, Väterchen, fahr ruhig fort, erzähl’, soviel du willst, sieh nur zu, daß dir der Atem nicht ausgeht,“ sagte sie. „Du kamst schon vorhin mit der Luft zu kurz, aber zu sprechen fürcht’ dich nicht: wir haben noch ganz andere Sonderlinge gesehen, du wirst uns nicht in Erstaunen setzen, bist nicht weiß Gott wie klug, nur die Vase, die hast du richtig zerschlagen und uns alle erschreckt.“

Der Fürst hörte ihr lächelnd zu.

„Sie sind es doch,“ wandte er sich plötzlich an den Alten, „der vor drei Monaten den Studenten Podkusnoff und den Beamten Schwabrin vor der Verbannung bewahrt hat?“

Der Alte errötete ein wenig und brummte nur, daß er sich beruhigen müsse.

„Und das ist doch wahr, was ich von Ihnen gehört habe, Iwan Petrowitsch,“ wandte er sich an den Anglomanen, „daß Sie Ihren abgebrannten Bauern, die jedoch nicht mehr zu Ihrem Gut im –schen Gouvernement gehörten und Ihnen sogar Unannehmlichkeiten bereitet hatten, Wald zum Abholzen für die Neubauten geschenkt haben?“

„Nun, das ist wiederum über–trie–ben,“ antwortete Iwan Petrowitsch, nichtsdestoweniger angenehm berührt. Unwillkürlich nahm er eine würdevollere Haltung an.

Diesmal hatte er vollkommen recht, wenn er von einer „Übertreibung“ sprach: es handelte sich um ein falsches Gerücht, das dem Fürsten zu Ohren gekommen war.