Doch Nastassja Filippowna hörte ihr schon wieder nicht mehr zu: sie betrachtete Ganjä, lachte und fragte:
„Was machen Sie denn für ein Gesicht? Oh, mein Gott, sehen Sie doch nur, was für ein Gesicht er macht!“
Während sie noch lachte, ging in Ganjäs Gesicht eine große Veränderung vor sich: die Starrheit, die lächerliche, feige Fassungslosigkeit verließen ihn ganz plötzlich; er erbleichte unheimlich, seine Lippen verzogen sich wie in einem krampfartigen Zucken, und schweigend, unverwandt und ruhig sah er mit Böses verheißendem Blick seinem lachenden Gast in die Augen.
Es war aber noch ein Beobachter anwesend, dem, wenn er auch immer noch auf demselben Fleck an der Tür des Empfangszimmers stand, doch plötzlich die Blässe und die unheilverkündende Veränderung in Ganjäs Gesicht auffiel, und den sie erschrecken machte. Dieser Beobachter war der Fürst. Fast mechanisch trat er vor und näherte sich Ganjä:
„Trinken Sie Wasser ... und sehen Sie nicht so ...“ stieß er leise hervor.
Man sah es ihm an, daß er es ohne jede Überlegung oder gar Berechnung sagte, sondern daß einfach sein Instinkt aus ihm sprach. Doch seine Worte machten einen entsetzlichen Eindruck. Wie es schien, wandte sich Ganjäs ganze Wut plötzlich gegen den Fürsten: er packte ihn an der Schulter und blickte ihn mit unsäglichem Haß an, mit einem Haß, der ihn kein Wort hervorbringen ließ. Alle fuhren zusammen. Nina Alexandrowna schrie sogar leise auf. Ptizyn näherte sich schnell. Koljä und Ferdyschtschenko, die in der offenen Tür erschienen, blieben verwundert stehen. Nur Warjä blickte unverändert unter der Stirn hervor und beobachtete aufmerksam. Sie setzte sich absichtlich nicht, sondern stand, die Arme über der Brust gekreuzt, etwas abseits neben dem Stuhl der Mutter.
Im übrigen besann sich Ganjä sofort, fast schon im nächsten Augenblick. Dann lachte er nervös auf. Da war er bereits ganz zur Besinnung gekommen!
„Ja, sind Sie denn ein Arzt, Fürst?“ rief er aus, bemüht, möglichst heiter zu erscheinen. „Sie können einen ja wahrhaftig erschrecken! Nastassja Filippowna, gestatten Sie, Ihnen vorzustellen – ein kostbares Subjekt! Zwar kenne ich ihn selbst erst seit dem Morgen ...“
Nastassja Filippowna blickte erstaunt den Fürsten an.
„Fürst? Er ist ein Fürst? Denken Sie sich, ich hielt ihn, als ich eintrat, dort im Vorzimmer für den Diener und schickte ihn her, um mich anzumelden! Hahaha!“