„Ich habe absichtlich so laut gerufen, um Ihnen Zeit zu geben, sich vorzubereiten,“ flüsterte Pjotr Stepanowitsch, der im Nu am Tisch war und sofort mit aufmerksamem Blick das Kuvert musterte, mit wunderlich naiver Aufrichtigkeit.
„– Und haben gewiß noch glücklich bemerken können, wie ich vor Ihnen diesen Brief zu verbergen suchte,“ sagte Stawrogin ruhig, ohne sich von seinem Platz zu rühren.
„Einen Brief? Na, Sie mit Ihren Briefen ... was gehn mich Ihre Briefe an,“ versetzte der andere. „Aber ... die Hauptsache, –“ fuhr er wieder leise fort, indem er sich zur Tür wandte, die Warwara Petrowna schon geschlossen hatte, und wies mit dem Kopf nach dieser Richtung.
„Sie horcht nie,“ bemerkte Stawrogin kalt.
„Na, ich meinte bloß – und wenn sie auch horchen sollte!“ Pjotr Stepanowitsch erhob sofort wieder die Stimme und setzte sich in einen Sessel. „Ich habe ja sonst nichts dagegen, nur bin ich diesmal gekommen, um mit Ihnen unter vier Augen zu sprechen. Also endlich, vor allen Dingen, wie steht es mit der Gesundheit? Sehe schon, daß es gut steht, und morgen werden Sie vielleicht erscheinen, wie?“
„Vielleicht.“
„Sie müssen die Leute doch endlich beruhigen und ebenso auch mich!“ begann er plötzlich heftig gestikulierend, sah aber dabei ganz heiter und zufrieden aus. „Wenn Sie wüßten, was ich ihnen alles habe vorschwatzen müssen! Aber übrigens, Sie wissen es ja.“ Er lachte auf.
„Alles weiß ich nicht. Ich habe nur von meiner Mutter gehört, daß Sie sich sehr ... gerührt haben.“
„Das heißt, ich habe ja nichts Bestimmtes –,“ wehrte Pjotr Stepanowitsch schnell ab, als verteidige er sich gegen einen furchtbaren Angriff. „Ich habe nur Schatoffs Frau so ein bißchen unter die Leute gebracht, das heißt, ich meine die Gerüchte über Ihre Beziehungen zu ihr in Paris, was jenen Vorfall vom Sonntag dann durchaus erklären könnte ... Sie ärgern sich doch nicht?“
„Bin überzeugt, daß Sie sich sehr bemüht haben.“