Bei „drei“ gingen die Gegner aufeinander zu. Gaganoff erhob sofort die Pistole und beim fünften oder sechsten Schritt – schoß er. Eine Sekunde lang blieb er stehen und, nachdem er sich überzeugt, daß er nicht getroffen hatte, ging er schnell zur Barriere. Auch Stawrogin trat an die Barriere, erhob die Pistole, aber ziemlich hoch und schoß fast ohne zu zielen. Darauf zog er sein Taschentuch hervor und umwickelte den kleinen Finger seiner rechten Hand. Da bemerkten erst die anderen, daß Artemij Pawlowitsch doch nicht ganz gefehlt hatte: freilich hatte die Kugel den Finger nur gestreift, ohne den Knochen zu berühren. Kirilloff erklärte sofort, daß das Duell, wenn die Gegner sich jetzt nicht versöhnen wollten, seinen Fortgang nehmen könne.
„Ich behaupte, daß dieser Mensch,“ schrie Gaganoff heiser (seine Kehle war trocken geworden), sich wieder nur an Drosdoff wendend, und er wies von neuem mit der Pistole auf Stawrogin, „daß dieser Mensch absichtlich in die Luft geschossen hat ... absichtlich! ... Das ist eine neue Beleidigung! Er will das Duell unmöglich machen!“
„Ich habe das Recht, so zu schießen, wie ich will, wenn es nur nach den Regeln geschieht,“ bemerkte Stawrogin fest.
„Nein, das hat er nicht! Erklären Sie ihm das, erklären Sie es ihm doch!“ schrie Gaganoff.
„Ich bin ganz der Meinung Nicolai Wszewolodowitschs,“ sagte Kirilloff.
„Warum schont er mich!?“ raste Gaganoff, ohne auf die anderen zu hören. „Ich verachte seine Schonung ... Ich spucke ... Ich ...“
„Ich gebe mein Wort, daß ich Sie durchaus nicht beleidigen wollte,“ sagte Stawrogin ungeduldig. „Ich habe in die Luft geschossen, weil ich niemanden mehr töten will, ob Sie oder einen anderen, geht Sie persönlich nichts an. Es ist wahr, ich halte mich nicht für beleidigt, und es tut mir leid, daß Sie das aufbringt. Ich erlaube aber keinem, sich in mein Recht einzumischen.“
„Wenn er sich so vor Blut fürchtet, so fragen Sie ihn doch, warum er mich überhaupt gefordert hat?“ brüllte Gaganoff, immer noch ausschließlich zu Mawrikij Nicolajewitsch Drosdoff gewandt.
„Wie sollte man Sie denn nicht fordern?“ mischte sich Kirilloff ein. „Sie wollten doch nichts hören, wie sollte man Sie denn los werden?“
„Ich möchte nur bemerken,“ sagte Mawrikij Nicolajewitsch, der angestrengt und qualvoll über die Sache nachdachte, „wenn der Gegner im voraus erklärt, er werde in die Luft schießen, so kann das Duell, meiner Meinung nach, nicht mehr fortgesetzt werden ... aus delikaten und, ich glaube ... auch klaren Gründen.“