„Schatoff? Das heißt, wie denn Schatoff?“

„Schatoff – das ist der ‚Student‘, von dem da im Gedicht die Rede ist! Er lebt hier! Früherer Leibeigener! Derselbe, der neulich die Ohrfeige gegeben hat! Sie wissen schon!“

„Ich weiß, ich weiß!“ von Lembke kniff die Augen zusammen. „Aber erlauben Sie, worin besteht denn eigentlich seine Schuld und, die Hauptsache, – um was bitten Sie denn eigentlich?“

„Aber ihn zu retten, verstehen Sie doch endlich! Ich kenne ihn ja schon seit acht Jahren! Ich – ich war ja sein Freund!“ Pjotr Stepanowitsch regte sich anscheinend furchtbar auf. „Nun ja, ich bin doch nicht verpflichtet, Ihnen Rechenschaft über Früheres zu geben,“ meinte er und winkte mit der Hand ab, „das ist alles so belanglos. Sind ja nur dreieinhalb Menschen, und mit denen im Auslande noch nicht mal zehn ... Aber, die Hauptsache, – ich hoffte auf Ihre Humanität und zugleich auf Ihren Verstand. Sie verstehen mich doch, Sie werden die Sache dann schon selber so darstellen, wie sie wirklich ist, und nicht als weiß der Teufel was! – vielmehr als den dummen Gedanken eines verdrehten Menschen ... infolge seines Unglücks, vergessen Sie das nicht, infolge seines Unglücks, und nicht als weiß der Teufel was da – für eine Verschwörung gegen den Staat ...“

Pjotr Stepanowitsch geriet vor Eifer fast außer Atem.

„Hm ... Ich sehe schon, daß er der Schuldige ist – an den Proklamationen mit dem Beil!“ schloß von Lembke mit nahezu erhabener Miene. „Aber, erlauben Sie, wenn er allein es ist, wie konnte er sie dann hier und zugleich in der Provinz verstreuen und sogar im H–schen Gouvernement und ... schließlich, die erste Frage: wo hat er sie überhaupt herbekommen?“

„Aber ich sage Ihnen doch, daß es im ganzen vielleicht fünf Menschen sind, na, sagen wir, zehn – wie soll ich es wissen!“

„Sie wissen es nicht?“

„Ja, zum Henker, warum soll ich es denn wissen?“

„Aber Sie wußten doch, daß Schatoff einer von ihnen ist?“