„Nein, nicht sehr viel.“
„Und von russischer Belletristik – wohl überhaupt nichts?“
„Von russischer Belletristik? Warten Sie mal, ich glaube, ich habe einmal so etwas gelesen ... ‚Unterwegs‘ ... oder ‚Auf dem Weg‘ ... oder ‚Am Kreuzweg‘, oder wie es da hieß, hab’s vergessen. Es ist lange her. Las es vor etwa fünf Jahren. Hab keine Zeit.“
Ein kurzes Schweigen trat ein.
„Als ich herkam, versicherte ich allen, daß Sie ein ungewöhnlich kluger Mensch sind – und jetzt scheinen ja auch alle von Ihnen entzückt zu sein.“
„Danke,“ sagte Pjotr Stepanowitsch ruhig.
Der Diener brachte das Frühstück, und Pjotr Stepanowitsch machte sich mit gutem Appetit an das Kotelett, aß es im Nu auf, stürzte den Wein hinunter und trank den Kaffee.
„Dieser Grobian,“ dachte Karmasinoff, indem er noch das letzte kleine Stückchen von seinem eigenen Teller aß und das letzte Schlückchen trank, „dieser Grobian hat gewiß sofort die Stichelei in meinen Worten begriffen ... und das Manuskript wird er bestimmt mit Spannung gelesen haben, also lügt er jetzt, um sich den Anschein zu geben, als ob ... Oder sollte er doch nicht lügen, sondern einfach aufrichtig dumm sein? Einen genialen Menschen liebe ich eigentlich so, wenn er ein wenig dumm ist. Ist er nicht gar für die da wirklich so was wie ein Genie? Doch übrigens hol’ ihn der Teufel.“
Er erhob sich vom Sofa und begann, aus einer Ecke des Zimmers in die andere zu gehen, um sich Bewegung zu machen, was er nach dem Frühstück stets zu tun pflegte.
„Reisen Sie bald zurück?“ fragte Pjotr Stepanowitsch aus dem Lehnstuhl und rauchte eine Zigarette an.