„Aber ich gebe Ihnen nichts gegen Stawrogin,“ sagte Kirilloff plötzlich leise, während er den Gast hinausließ.

Der sah ihn erstaunt an, doch sagte er nichts.

Die letzten Worte Kirilloffs verwirrten Pjotr Stepanowitsch nicht wenig, aber er begriff sie noch nicht ganz. Doch jedenfalls strengte er sich an, auf dem Wege zu Schatoff sein unzufriedenes Gesicht in ein freundliches zu verwandeln. Schatoff war zu Hause und lag, da er sich nicht wohlfühlte, auf dem Bett, war aber vollkommen angekleidet.

„Das ist aber ein Pech!“ rief Pjotr Stepanowitsch von der Tür aus. „Sind Sie ernstlich krank?“

Der liebenswürdige Ausdruck seines Gesichts verschwand plötzlich: etwas Böses blitzte in seinen Augen.

„Durchaus nicht,“ rief Schatoff, nervös aufspringend. „Ich bin keineswegs krank, habe nur ein wenig Kopfschmerzen.“

Er war sogar sichtlich befangen, denn das plötzliche Erscheinen gerade dieses Menschen erschreckte ihn.

„Ich bin in einer Angelegenheit zu Ihnen gekommen, zu der Kranksein nicht paßt,“ begann Pjotr Stepanowitsch schnell und gewissermaßen gebieterisch. „Erlauben Sie, daß ich mich setze,“ – er setzte sich auf einen Stuhl – „und Sie, legen Sie sich mal wieder auf Ihre Pritsche. Heute werden sich die Unsrigen bei Wirginski versammeln, er feiert seinen Namenstag, und das dient als Vorwand. Aber es ist schon alles vorgesehen, damit es keine andere Nuance annimmt. Ich werde mit Nicolai Stawrogin hinkommen. Selbstverständlich würde ich Sie jetzt nicht dorthin ziehen, da ich ja Ihre jetzigen Anschauungen kenne ... das heißt, ich meine – um Sie nicht zu reizen, und nicht etwa, weil wir von Ihnen angezeigt zu werden fürchten. Aber leider hat es sich so gemacht, daß Sie hinkommen müssen. Sie werden dort diejenigen treffen, mit denen wir dann endgültig beraten können, wie es für Sie möglich ist, aus dem Verbande auszuscheiden, und wem Sie das abgeben sollen, was Sie von uns besitzen. Wir machen es ganz unauffällig: ich werde Sie in eine Ecke führen, denn es sind dort viele Menschen, die nichts davon zu wissen brauchen. Ich muß gestehen, ich habe Ihretwegen meine Zunge gehörig anstrengen müssen, glaube aber, daß sie jetzt vollkommen einverstanden sind, Sie frei zu geben, versteht sich, unter der Bedingung, daß Sie die Druckmaschine und alle Papiere abliefern. Dann sind Sie frei und können gehen, wohin Sie wollen, nach allen vier Himmelsrichtungen.“

Schatoff hörte ihm finster und böse zu. Seine erste nervöse Aufregung war vollständig vergangen.

„Ich erkenne diese Pflicht, weiß der Teufel wem da Rechenschaft geben zu müssen, nicht an,“ sagte er schroff. „Niemand kann mich ‚frei geben‘.“