„Meine Herren“ ... angstvoll wandte sich Julija Michailowna an die näherrückende Menge, während sie gleichzeitig ihren Mann mit sich fortzuziehen suchte, „entschuldigen Sie Andrei Antonowitsch, meine Herren, Andrei Antonowitsch fühlt sich nicht wohl ... er ist krank ... entschuldigen Sie ... verzeihen Sie ihm, meine Herren!“

Ich hörte es mit eigenen Ohren, wie sie „verzeihen Sie“ sagte. Die Szene spielte sich sehr schnell ab. Aber ich weiß noch genau, daß schon in diesem Augenblick ein Teil des Publikums wegdrängte zum Ausgang des Saales, gleichsam erschrocken, und zwar geschah das gerade nach diesen Worten Julija Michailownas. Ich erinnere mich sogar noch eines hysterischen weiblichen Ausrufs halb unter Tränen:

„Ach, wieder ist’s ganz so wie am Vormittage!“

Und plötzlich, mitten in dieses bereits beginnende Gedränge, schlug auf einmal wieder eine Bombe ein, also tatsächlich „ganz so wie am Vormittage“:

„Es brennt! Die ganze Vorstadt brennt überm Fluß!“

Ich erinnere mich bloß nicht, wo dieser entsetzliche Schrei zuerst erschallte: ob im Saal oder – ich glaube, es kam jemand aus dem Vestibül, vom Eingang hereingestürzt. Jedenfalls entstand sofort ein solcher Tumult, daß ich nicht einmal versuchen will, ihn zu schildern. Von dem Publikum, das sich zum Ball noch eingefunden hatte, stammte die Mehrzahl aus eben jener Vorstadt: es waren zumeist die Besitzer der dort, auf der anderen Seite des Flusses, belegenen hölzernen Häuser, oder deren Einwohner. Man stürzte zu den Fenstern, im Nu waren die Vorhänge zur Seite gezogen, die Stores herabgerissen. Die Vorstadt lohte. Freilich, der Brand begann erst, aber es lohte schon an drei ganz verschiedenen Stellen, – und gerade das war das Erschreckendste.

„Brandstiftung!“ – „Die Spigulinschen!“ brüllte man im Gedränge.

Ich habe noch ein paar überaus charakteristische Ausrufe behalten:

„Hat doch mein Herz das vorausgefühlt, daß sie brandstiften werden, das hat es die ganzen letzten Tage vorausgefühlt!“

„Die Spigulinschen, die Spigulinschen, wer denn sonst!“