„Wie?“ Pjotr Stepanowitsch spitzte die Ohren, „von was für einer Idee? Hat er Ihnen selbst irgend etwas gesagt?“

„Nein, ich habe selbst erraten: Stawrogin, wenn er glaubt, so glaubt er nicht, daß er glaubt. Wenn er aber nicht glaubt, so glaubt er nicht, daß er nicht glaubt.“

„Nun, Stawrogin hat noch etwas anderes, etwas Gescheiteres als das ...“ brummte Pjotr Stepanowitsch ärgerlich, während er unruhig die neue Wendung des Gespräches verfolgte und den bleichen Kirilloff beobachtete.

„Zum Teufel, er wird sich nicht erschießen,“ dachte Pjotr Stepanowitsch. „Habe es ja immer vorausgefühlt, das war bei ihm nur eine Gehirnspirale, die ganze Idee, und weiter nichts. Solch ein Lumpenpack, diese Kerls, wahrhaftig!“

„Du bist der letzte, der bei mir ist: ich würde nicht böse mit dir auseinandergehen wollen,“ sagte plötzlich Kirilloff.

Pjotr Stepanowitsch antwortete nicht sofort. „Weiß der Teufel, was das nun wieder bedeutet!“ dachte er.

„Glauben Sie mir, Kirilloff, daß ich nie etwas gegen Sie persönlich gehabt habe und immer ...“

„Du bist ein Schurke und bist ein falscher Verstand. Aber ich bin ganz dasselbe wie du und erschieße mich, du aber bleibst lebendig.“

„Sie wollen wohl sagen, daß ich so niedrig sei, daß ich am Leben bleiben will.“

Er war noch nicht ganz sicher, ob es vorteilhaft oder unvorteilhaft war, ein solches Gespräch jetzt weiterzuführen, und entschloß sich daher, sich „den Umständen anzupassen“. Doch der Ton der Überlegenheit und die unverhohlene Verachtung, die Kirilloff immer für ihn hatte, reizten und ärgerten ihn aus irgendeinem Grunde diesmal noch viel mehr, als sonst, – vielleicht deshalb, weil Kirilloff, der schon in ungefähr einer Stunde sterben mußte (das behielt Pjotr Stepanowitsch trotz allem fest im Auge) für ihn bereits nur noch ein halber Mensch war, also jemand, dem man auf keine Weise mehr erlauben durfte, auch noch stolz und hochmütig zu sein.