Eine Viertelstunde später saßen sie bereits in dem verdeckten Wagen: er ungemein angeregt und vollkommen zufrieden, sie mit ihrem Wachstuchsack und einem dankbaren Lächeln neben ihm. Anissim lief rund um den Wagen und bemühte sich wie für Geld.
„Glückliche Reise, gnädiger Herr, habe mich so gefreut über das Wiedersehen!“
„Adieu, adieu, leb wohl, mein Freund, leb wohl, adieu.“
„Der gnädige Herr wird nun auch Fjodor Matwejewitsch wiedersehen ...“
„Ja, mein Freund, ja ... auch Fjodor Pawlowitsch ... nur Adieu.“
II.
„Sehen Sie, mein Freund – Sie erlauben mir doch, mich Ihren Freund zu nennen, n’est-ce pas?“[242] begann Stepan Trophimowitsch eilig, gleich nachdem sich der Wagen in Bewegung gesetzt hatte. „Sehen Sie, ich ... J’aime le peuple, c’est indispensable, mais il me semble que je ne l’avais jamais vu de près. Stasie ... cela va sans dire qu’elle est aussi du peuple ... mais le vrai peuple,[243] das heißt, das wirkliche, das auf der weiten Landstraße ist, das, glaube ich, bekümmert sich um weiter nichts in der Welt, als um dieses eine: wohin ich eigentlich fahre ... Doch übergehen wir die Kränkungen. Ich glaube, ich spreche heute etwas durcheinander, aber das kommt wohl nur, denke ich, von der Eile ...“
„Ich fürchte, Sie sind nicht ganz wohl,“ bemerkte Ssofja Matwejewna, die ihn prüfend, wenn auch ehrerbietig ansah.
„Nein, nein, man muß sich nur ein wenig fester einwickeln, und überhaupt ... der Wind ist etwas frisch, etwas zu frisch, aber ... vergessen wir das. Ja, die Hauptsache ... ich wollte eigentlich gar nicht das sagen. Chère et incomparable amie,[244] ich glaube, daß ich fast glücklich bin, und schuld daran – sind Sie! Mir tut das Glück nicht gut, denn dann vergebe ich gewöhnlich sofort allen meinen Feinden ...“
„Das ist aber doch sehr gut.“