Und Tichon las folgendes:

Anmerkung

[S. 160]. Die Antwort Kirilloffs auf die Frage nach Gott ist ein absoluter Widerspruch, wie nein und ja: „Jewó njet, no on jestj“. Man könnte ebensogut sagen: „Er ist nicht, aber es gibt ihn.“

[S. 896] sagt Schatoff zu Kirilloff: „Gib mir, Bruder, ich gebe es dir morgen wieder.“ Die Anrede mit dem Wort „Bruder“ ist unter Russen so üblich, wie im Deutschen die Anrede mit „Freund“ oder „Lieber“.

Die russische Frau wird von russischen Männern häufig „Freund“ genannt, obschon es die Form „Freundin“ auch gibt. Es ist das psychologisch nicht unwichtig.

E. K. R.

Fußnoten

[1] Das Wort „bürgerlich“ ist hier und im folgenden nur als parteipolitische Bezeichnung zu verstehen, wie es nach der französischen Revolution und besonders im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts von liberalen, für europäische Kultur und Bürgerfreiheit schwärmenden, republikanisch oder mindestens konstitutionell gesinnten Russen mit Stolz gebraucht wurde. Es bezeichnete unter den russischen Schillerianern den „sich seiner Würde bewußten Kulturmenschen“, im Gegensatz zum „Untertan“ der herrschenden Autokratie. E. K. R.

[2] Die Klassiker der russischen Literatur sind fast alle zeitweise verbannt gewesen oder haben unter geheimer polizeilicher Aufsicht gestanden. Vgl. [S. 1119]. Die nach Sibirien verbannten Dekabristen wurden geradezu als heilige Opfer verehrt. Vgl. [Anm. S. 1093], [1094]. E. K. R.