„Hören Sie, Fürst, beruhigen Sie sich doch, ich bitte Sie; ich sehe schon, je mehr Sie reden, um so mehr regen Sie sich auf, und dabei ist vielleicht das alles doch nur Einbildung. Ich habe mich ja auch hineinziehen lassen und unverzeihlich, niederträchtig! – aber ich weiß doch, daß es nur vorübergehendes Unglück ist ... und wenn ich nur eine gewisse Summe zurückgewinne, dann ... Sagen Sie, mit diesen dreihundert schulde ich Ihnen jetzt zweitausendfünfhundert Rubel, nicht wahr?“

„Ich habe sie von Ihnen, denke ich, noch nie zurückverlangt,“ sagte der Fürst plötzlich mit einem höhnischen Lächeln, das wieder seine Zähne sehen ließ.

„Sie sagen, zehntausend brauchten Sie für Werssiloff. Wenn ich von Ihnen jetzt borge, so tue ich das selbstverständlich auf Rechnung der Werssiloffschen Zwanzigtausend; anders lasse ich es nicht zu. Aber ... aber ich werde es Ihnen ja bestimmt schon vorher selbst wiedergeben ... Oder denken Sie womöglich, Werssiloff käme zu Ihnen des Geldes wegen?“

„Mir wäre es leichter, wenn er des Geldes wegen käme,“ sagte der Fürst rätselhaft.

„Sie sprachen von einer Sie ‚bedrückenden Verbindung‘ ... Wenn Sie damit Ihren Verkehr mit Werssiloff und mir meinten, so ist das, bei Gott, eine Beleidigung. Und dann, Sie sagen: Warum ist er nicht selbst so, wie er andere zu sein lehrt – das ist doch Ihre Logik! Aber erstens ist das nicht Logik, erlauben Sie schon, daß ich Ihnen das sage; denn selbst wenn er auch nicht so wäre, könnte er doch nicht anders, als die Wahrheit verkünden ... Und schließlich, was ist das für ein Wort, ‚verkünden‘? Sie sagen, er sei ein ‚Prophet‘. Sagen Sie, haben Sie ihn in Deutschland einen ‚Weiberprophet‘ genannt?“

„Nein, nicht ich.“

„Stebelkoff sagte mir, Sie hätten es getan.“

„Dann hat er gelogen. Ich bin kein Meister im Erfinden von Spitznamen. Aber wenn jemand Ehre predigt, so muß er selbst ehrenhaft sein – das ist meine Logik, und wenn sie falsch ist, so ist mir das gleichgültig. Ich will, daß es so sei, und es muß so sein. Und keiner, keiner darf es wagen, in mein Haus zu kommen, um mich zu verurteilen und mich für einen dummen Jungen zu halten! Genug, hören Sie auf!“ rief er heftig und winkte mir ungeduldig mit der Hand ab, damit ich nicht mehr spräche ...

„Ah, endlich!“

Die Tür hatte sich geöffnet und Stebelkoff erschien.