Es war gegen elf Uhr; ich wollte gerade aufstehen, um mich in den Lehnstuhl am Tisch zu setzen, als Darja Onissimowna in mein Zimmer trat. Da blieb ich absichtlich im Bett. Mama war oben mit irgend etwas beschäftigt und konnte nicht herunterkommen, und so waren wir denn auf einmal allein. Sie setzte sich mir gegenüber auf einen Stuhl, lächelte und sagte kein Wort. Ich sah voraus, was bevorstand: wir würden, wie im Gesellschaftsspiel, uns gegenseitig im Schweigen zu überbieten suchen; und überhaupt ärgerte mich ihr Besuch. Ich nickte ihr nicht einmal zu und sah ihr schweigend gerade in die Augen: aber sie sah mich gleichfalls unbeweglich an.
„Sie langweilen sich jetzt wohl in der Wohnung des Fürsten, seitdem Sie dort allein sind?“ fragte ich auf einmal, da ich die Geduld verlor.
„Nein, ich bin nicht mehr in jener Wohnung. Ich bin jetzt, dank Anna Andrejewna, bei dem Kindchen.“
„Bei wessen Kindchen?“
Sie sah sich nach der Tür um und flüsterte vertraulich geheimnisvoll:
„Bei Herrn Werssiloffs Kindchen!“
„Aber dafür sorgt doch Tatjana Pawlowna ...“
„Ganz recht, ganz recht, auch Tatjana Pawlowna und auch Anna Andrejewna, beide zusammen, und Lisaweta Makarowna auch, und auch Ihre Mama ... alle. Alle sorgen sie dafür. Tatjana Pawlowna und Anna Andrejewna sind jetzt sehr befreundet miteinander.“
Das war eine Neuigkeit. Sie belebte sich förmlich beim Sprechen. Ich sah sie an und haßte sie.
„Sie sind ja seit dem letztenmal, als Sie bei mir waren, recht munter geworden.“