„Wenn Marja Iwanowna nicht einmal Ihnen gegenüber etwas vom Brief hat verlauten lassen, dann hat sie ihn vielleicht auch nicht.“

„Und folglich nehmen Sie an, der Brief befinde sich bei Werssiloff?“

„Wahrscheinlich – ja. Übrigens ... ich weiß nicht, alles ist möglich,“ sagte er langsam und sichtlich abgespannt.

Ich gab es auf, ihn weiter auszufragen. Wozu schließlich? Das Hauptsächliche war mir jetzt klar: trotz dieser ganzen unwürdigen Verwirrung hatte sich alles von mir erst nur Befürchtete – bestätigt.

„Das Ganze ist wie ein Fiebertraum,“ sagte ich in tiefer Traurigkeit und griff nach meinem Hut.

„Ihnen ist dieser Mensch wohl sehr teuer?“ fragte mich Krafft mit sichtlicher und großer Teilnahme – sie sprach aus seinen Augen, aus seinem ganzen Gesicht in diesem Augenblick.

„Mir hat schon eine Vorahnung gesagt, daß ich von Ihnen doch nicht alles erfahren würde,“ bemerkte ich. „So bleibt mir nur noch die Hoffnung auf die Achmakoff selbst. Eigentlich habe ich ja auch nur auf sie gehofft. Vielleicht gehe ich zu ihr, vielleicht auch nicht.“

Krafft sah mich etwas befremdet an.

„Leben Sie wohl, Krafft! Wozu sich Leuten aufdrängen, die einen nicht haben wollen? Da ist es doch besser, mit allen zu brechen, meinen Sie nicht?“

„Und dann wohin?“ fragte er eigentümlich hart, und indem er zu Boden sah.