„Du hast vorzüglich erzählt und mir alles so lebendig vergegenwärtigt,“ bemerkte Werssiloff langsam und markant, „aber am auffallendsten war in deiner Erzählung der Reichtum an gewissen Einzelheiten, zum Beispiel was meine Schulden betrifft. Ganz abgesehen von der Taktlosigkeit der Erwähnung dieser Einzelheiten, verstehe ich nicht, wie du sie hast erfahren können?“

„Die Einzelheiten? Wie erfahren? Aber ich sagte Ihnen doch, ich habe in diesen ganzen neun Jahren meines Lebens nichts anderes getan, als Einzelheiten über Sie zu erfahren gesucht.“

„Ein sonderbares Geständnis und ein sonderbarer Zeitvertreib, fürwahr!“

Er bewegte sich, halb liegend im Sessel, und gähnte kaum merklich – ob mit Absicht oder unwillkürlich, das weiß ich nicht.

„Soll ich fortfahren und erzählen, wie ich von Touchard zu Ihnen fliehen wollte?“

„Verbieten Sie es ihm, Andrei Petrowitsch, werfen Sie ihn hinaus!“ fuhr Tatjana Pawlowna auf.

„Das geht nicht an, Tatjana Pawlowna,“ erwiderte Werssiloff eindringlich. „Arkadi hat offenbar etwas im Sinn, und deshalb muß man ihn unbedingt alles aussprechen lassen. Nun, und so mag er es denn tun. Er wird es erzählen, und dann ist er es los, für ihn aber ist das ja die Hauptsache, daß er es los wird. Also fang nur an, mein Lieber, mit deiner neuen Geschichte, das heißt, ich sage nur so, neu; sei unbesorgt, für mich ist sie das nicht, ich kenne ihr Ende.“

IV.

„Meine Flucht, oder vielmehr, wie ich zu Ihnen fliehen wollte, war sehr einfach. Tatjana Pawlowna, erinnern Sie sich noch, daß Sie etwa zwei Wochen nach meinem Eintritt in diese Pension von Touchard einen Brief erhielten? Mir hat später Marja Iwanowna diesen Brief gezeigt, die ihn gleichfalls in den Papieren des verstorbenen Andronikoff gefunden hatte. Touchard war plötzlich auf den Gedanken gekommen, daß er für mich zu wenig Pensionsgeld verlangt hätte, und so erklärte er Ihnen in seinem Brief mit Stolz und Würde, in seiner Pension würden nur Fürsten- und Senatorensöhne erzogen, und da es dem Ansehen seiner Pension zweifellos schade, einen Zögling von solcher Herkunft unter den anderen zu zählen, müsse er für mich eine Zulage verlangen.“

„Mon cher, du könntest ...“