„Sie ist stolz, sie quält sich selbst, aber sie ist gut, großmütig, hochherzig!“ flüsterte sie ihm zu. „O, wenn Sie wüßten, wie ich sie liebe, besonders zuweilen, und wie ich mich jetzt wieder über alles, alles freue! Lieber Alexei Fedorowitsch, Sie wissen ja noch gar nicht alles! So hören Sie denn, daß wir alle, alle, – ich, ihre beiden Tanten, – kurz, alle, sogar Lise, schon einen ganzen Monat lang nur dieses eine wünschen und durchsetzen wollen, daß sie sich von Ihrem geliebten Dmitrij Fedorowitsch, der nichts von ihr wissen will und sie überhaupt nicht liebt, lossagt und Iwan Fedorowitsch heiratet, den gebildetsten und prächtigsten jungen Mann, der sie mehr als alles auf der Welt liebt. Wir haben doch hier eine ganze Verschwörung gebildet, und ich fahre vielleicht nur deswegen noch nicht fort ...“

„Aber sie weinte doch, sie ist doch wieder beleidigt!“ unterbrach sie Aljoscha.

„Glauben Sie nicht den Tränen einer Frau, Alexei Fedorowitsch, in solchen Fällen bin ich immer gegen die Frauen und für die Männer.“

„Mama, Sie verderben ihn,“ ertönte Lisas Stimmchen durch die Türspalte.

„Nein, ich bin die Ursache dieses Unglücks, ich trage die Schuld an allem!“ wiederholte der untröstliche Aljoscha, schämte sich wegen seines Ausfalls und bedeckte seine Augen mit der Hand.

„Im Gegenteil, Sie haben wie ein Engel gehandelt, wie ein Engel, ich bin bereit, Ihnen das hunderttausendmal zu wiederholen!“

„Mama, wieso hat er wie ein Engel gehandelt?“ ertönte wieder Lisas Stimme.

„Es schien mir plötzlich, als ich sie beide so sah,“ fuhr Aljoscha fort, wie wenn er Lisa überhaupt nicht gehört hätte, „daß sie Iwan liebt, und so sagte ich denn auch diese Dummheit ... Aber was wird jetzt daraus werden!“

„Was, woraus, woraus soll etwas werden?“ rief Lisa wieder ungeduldig durch die Tür. „Mamachen, Sie wollen mich sicherlich umbringen! Ich frage schon zum hundertstenmal, Sie aber antworten mir überhaupt nicht!“

In dem Augenblick kam die Zofe hereingelaufen ...