„Nein, nein, ich werde tun, als ob ich zufällig hinkäme, beunruhigen Sie sich nicht.“

„Aber wohin gehen Sie, ich werde Ihnen die Gartenpforte aufmachen,“ rief ihm Marja Kondratjewna nach.

„Nein, von hier ist es näher, ich springe wieder über den Zaun.“

Diese Nachricht hatte Aljoscha geradezu erschüttert. Er eilte hin. Da es aber nicht anging, daß er in der Mönchskutte eintrat, so beschloß er, sich an der Tür nach ihnen zu erkundigen und sie herausrufen zu lassen. Doch siehe, kaum näherte er sich dem Gasthaus, als plötzlich ein Fenster aufgestoßen wurde und sein Bruder Iwan ihn heranrief:

„Aljoscha, kannst du nicht zu mir hereinkommen, oder geht es nicht? Du würdest mir einen großen Gefallen erweisen.“

„Natürlich kann ich, nur weiß ich nicht, ob es in meiner Kutte angeht ...“

„Das hat nichts zu sagen, ich habe hier ein ganzes Zimmer für mich, komm herein, ich gehe dir entgegen ...“

Nach einer Minute saß Aljoscha seinem Bruder gegenüber. Iwan war allein und speiste zu Mittag.

III.
Die beiden Brüder

Es war übrigens doch kein einzelnes Zimmer, das Iwan für sich eingenommen hatte. Es war nur eine mit Schirmen abgeteilte Ecke am Fenster des ersten Zimmers, an dessen Seitenwand sich das Büfett befand. Nur konnten die vorübergehenden Gäste die am Fenster Sitzenden nicht sehen. Wohl aber sah man von dort aus die Kellner am Büfett vorüberhuschen. Von Gästen saß in diesem Zimmer in einer entfernteren Ecke vor seinem Teeglase nur ein alter Herr, ein gewesener Offizier. Dafür herrschte in allen anderen Räumen der gewöhnliche Gasthauslärm, die Rufe nach den Kellnern, das Aufkorken der Bierflaschen, das Kicksen der Billardbälle und das Geklimper einer Spieluhr. Aljoscha wußte, daß Iwan sonst nie in dieses Lokal ging und für Gasthäuser überhaupt nichts übrig hatte. „Also ist er jetzt nur deswegen hier, um Dmitrij zu treffen,“ dachte Aljoscha. Aber Dmitrij war nicht zu sehen.