Copyright 1914 by R. Piper & Co., G. m. b. H.,
Verlag in München.

F. M. Dostojewski

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt und nicht stirbt, so bleibt es allein; stirbt es aber, so bringt es viele Früchte.

Ev. Johannis, Kap. XII, 24.

Inhalt

Erstes Buch: Die Geschichte einer Familie
Seite
I.Kap.Fedor Pawlowitsch Karamasoff[1]
II.Der erste Sohn[7]
III.Die zweite Frau und deren Kinder[12]
IV.Der dritte Sohn Aljoscha[23]
V.Die Startzen[38]
Zweites Buch: Die unschickliche Versammlung
I.Kap.Die Ankunft im Kloster[55]
II.Der alte Narr[64]
III.Die gläubigen Weiber[80]
IV.Die kleingläubige Dame[94]
V.Und es geschehe also[108]
VI.Wozu lebt solch ein Mensch?[125]
VII.Der Seminarist und Streber[144]
VIII.Der Skandal[160]
Drittes Buch: Die Wollüstlinge
I.Kap.In der Bedientenstube[176]
II.Lisaweta Ssmerdjäschtschaja[186]
III.Die Beichte eines heißen Herzens. In Versen[193]
IV.Die Beichte eines heißen Herzens. In Prosa[208]
V.Die Beichte des heißen Herzens. „Kopfüber hinab“[222]
VI.Ssmerdjäkoff[237]
VII.Die Kontroverse[247]
VIII.Beim Gläschen[257]
IX.Die Wollüstlinge[271]
X.Beide zusammen[281]
XI.Noch ein verlorener Ruf[301]
Viertes Buch: Ausbrüche
I.Kap.Pater Ferapont[316]
II.Beim Vater[335]
III.Die kleinen Schuljungen[344]
IV.Bei Chochlakoffs[352]
V.Im Empfangssalon[364]
VI.In der Stube[385]
VII.Und in frischer Luft[400]
Fünftes Buch: Pro und Contra
I.Kap.Das Verlöbnis[420]
II.Ssmerdjäkoff mit der Gitarre[440]
III.Die beiden Brüder[452]
IV.„Empörung“[470]
V.„Der Großinquisitor“[492]
VI.Ein vorläufig noch sehr unklares Gespräch[532]
VII.„Mit einem klugen Menschen ist auch das Reden ein Vergnügen“[553]
Sechstes Buch: Ein russischer Mönch
I.Kap.Der Staretz Sossima und seine Gäste[569]
II.Aufzeichnungen aus dem Leben des in Gott verschiedenen Priestereinsiedlermönches, des Staretz Sossima, zusammengestellt nach dessen eigenen Worten von Alexei Fedorowitsch Karamasoff. Biographische Aufzeichnungen
a) Vom jungen Bruder des Staretz Sossima[577]
b) Von der Heiligen Schrift im Leben des Staretz Sossima[584]
c) Erinnerungen des Staretz Sossima aus den Knaben- und Jugendjahren seines weltlichen Lebens. Das Duell[594]
d) Der geheimnisvolle Gast[607]
III.Aus den Gesprächen und Predigten des Staretz Sossima
e) Einiges über den russischen Mönch und seine Bedeutung[630]
f) Einiges über Herren und Diener: Kann es zwischen Herr und Diener eine geistige Bruderschaft geben?[635]
g) Vom Gebet, von der Liebe und von der Berührung mit anderen Welten[642]
h) Kann man Richter über seinesgleichen sein? Vom Glauben bis ans Ende[647]
i) Von der Hölle und vom höllischen Feuer. Eine mystische Betrachtung[651]
Siebentes Buch: Aljoscha
I.Kap.Der Verwesungsgeruch[656]
II.Solch ein Augenblick[678]
III.Das Zwiebelchen[688]
IV.Die Hochzeit zu Kana in Galiläa[722]
Achtes Buch: Mitjä
I.Kap.Kusjma Ssamssonoff[731]
II.Ljägawyj[750]
III.Die Goldgruben[763]
IV.In der Dunkelheit[784]
V.Der plötzliche Entschluß[795]
VI.„Ich fahre!“[825]
VII.Der Erste und Unbestrittene[840]
VIII.Rausch[871]
Neuntes Buch: Die Voruntersuchung
I.Kap.Der Anfang der Laufbahn des Beamten Perchotin[897]
II.Der Alarm[910]
III.Der Gang der Seele durch die Hölle. Das erste Purgatorium[922]
IV.Zweites Purgatorium[939]
V.Das dritte Purgatorium[954]
VI.Der Staatsanwalt[976]
VII.Mitjäs großes Geheimnis[991]
VIII.Die Aussagen der Zeugen. „Das Kindichen“[1014]
IX.Wie Mitjä fortgeführt wurde[1032]
Zehntes Buch: Die Knaben
I.Kap.Koljä Krassotkin[1041]
II.Die Gören[1051]
III.Kap.Die Schüler[1062]
IV.Shutschka[1077]
V.An Iljuschas Bettchen[1092]
VI.Frühe Entwicklung[1122]
VII.Iljuscha[1135]
Elftes Buch: Iwan Fedorowitsch
I.Kap.Bei Gruschenka[1143]
II.Das kranke Füßchen[1162]
III.Das Teufelchen[1182]
IV.Die Hymne und das Geheimnis[1194]
V.„Nicht du, nicht du!“[1221]
VI.Erstes Wiedersehen mit Ssmerdjäkoff[1233]
VII.Der zweite Besuch bei Ssmerdjäkoff[1252]
VIII.Der dritte und letzte Besuch bei Ssmerdjäkoff[1271]
IX.Der Teufel. Iwan Fedorowitschs Alb[1303]
X.„Das hat Er gesagt!“[1341]
Zwölftes Buch: Der Justizirrtum
I.Kap.Der verhängnisvolle Tag[1352]
II.Die gefährlichen Zeugen[1366]
III.Die ärztliche Expertise und die Geschichte von dem einen Pfund Nüsse[1383]
IV.Das Glück lächelt Mitjä[1393]
V.Die Katastrophe[1410]
VI.Die Rede des Staatsanwalts: Die Charakteristik[1428]
VII.Der Überblick[1448]
VIII.Über Ssmerdjäkoff[1459]
IX.Der Schluß der Rede des Staatsanwalts: Der Gipfel der Psychologie. Die jagende Troika[1479]
X.Die Rede des Verteidigers. Ein Stock hat zwei Enden[1503]
XI.Kein Geld. Keine Beraubung[1512]
XII.Und kein Mord[1524]
XIII.Kap.Der Übertreter des Gebots[1539]
XIV.Das Urteil der Bauern[1555]
Epilog
I.Kap.Pläne zu Mitjäs Rettung[1569]
II.Auf einen Augenblick ward die Lüge Wahrheit[1579]
III.Iljuschas Beerdigung. Die Rede am großen Stein[1595]

Zur Einführung.
Bemerkungen über Dostojewski

Zwanzig Jahre haben wir nach dem Tode Dostojewskis gebraucht, um zu begreifen, daß wir heute keine zufällige „Degeneration“, keinen zeitweiligen „Niedergang“, keine, wie man meint, aus dem Westen herübergebrachte Dekadenz, sondern das lange vorbereitete, natürliche und notwendige Ende der russischen Literatur erleben. Furchtbar ist es uns, das einzugestehen. Vielleicht aber liegt in diesem Furchtbaren zugleich auch Freudiges für uns, vielleicht ist die russische Literatur, so groß sie auch sein mag, doch noch kleiner als das russische Leben? Vielleicht ist das Ende der russischen Literatur d. h. unserer großen russischen Anschauungsweise, der Anfang zu der großen russischen Tat?