Er lief hinaus auf den Flur, um sich dort auszuweinen. In diesem Zustande fand ihn Aljoscha, als er hinaustrat.
„Koljä, Sie müssen durchaus Wort halten und kommen, denn sonst wird er schrecklich traurig sein,“ beredete ihn Aljoscha.
„Durchaus! Oh, wie ich mich verfluche, daß ich nicht schon früher gekommen bin!“ sagte weinend Koljä, der sich jetzt nicht mehr schämte zu weinen.
In dem Augenblick kam der Hauptmann aus dem Zimmer gestürzt und schloß sofort hinter sich die Tür. Der Ausdruck seines Gesichtes war wie der eines Wahnsinnigen, seine Lippen bebten. Er stand wie geistesabwesend vor den beiden jungen Leuten und schüttelte seine Arme hoch in die Luft:
„Ich will keinen guten Jungen! Ich will keinen anderen Jungen!“ kam es in wildem Geflüster aus ihm heraus, und er knirschte mit den Zähnen, „wenn ich dein vergäße, Jerusalem, so möge ich ...“
Er konnte nicht zu Ende sprechen. Seine Stimme stockte ihm. Kraftlos sank er vor der Holzbank in die Knie. Er preßte seinen Kopf zwischen seinen beiden Fäusten und schluchzte und winselte fast wie ein Hund, wobei er sich aber aus aller Kraft zusammenzunehmen versuchte, damit man sein Winseln in der Stube nicht höre. Koljä lief auf die Straße hinaus.
„Leben Sie wohl, Karamasoff! Sie kommen doch bestimmt?“ rief er Aljoscha schneidend und wütend zu.
„Am Abend komme ich bestimmt.“
„Was sagte er da von Jerusalem? ... Was sollte das bedeuten?“
„Das war aus der Bibel: ‚Wenn ich dein vergäße, Jerusalem‘, das heißt, wenn ich vergessen sollte, was für mich das Teuerste ist, so möge mich ...“