„Schwer hast du es, Weib!“ entfuhr es Mitjä fast unbewußt in seinem Mitleid.
„Laß mich,“ murmelte sie, „ich werde wiederkommen, jetzt ist es zu schwer! ...“
Sie erhob sich von ihrem Platze – da aber stieß sie einen Schrei aus und wankte zurück: – ins Zimmer trat ganz unvermutet mit ihrem leisen Gang Gruschenka. Niemand hatte sie erwartet. Katjä wandte sich sofort eilig zur Tür – als sie aber an Gruschenka vorübergehen wollte, blieb sie jäh stehen, erbleichte unheimlich und sagte leise, kaum hörbar, mit angehaltenem Atem:
„Vergeben Sie mir!“
Die andere blickte sie eine Zeitlang unbeweglich an und antwortete erst nach einer Weile mit haßerfüllter, mit einer wie von Haß gleichsam durchgifteten Stimme:
„Schlecht sind wir beide! Beide sind wir schlecht! Wie könnten wir vergeben, du sowohl wie ich? Rette ihn, und ich werde mein Leben lang für dich beten.“
„Wie, und vergeben willst du ihr nicht?“ rief Mitjä Gruschenka in bitterem Vorwurf fast außer sich zu.
„Sei ruhig, ich werde ihn dir retten!“ flüsterte ihr Katjä halblaut zu und eilte aus dem Zimmer.
„Und du konntest ihr nicht vergeben, nachdem sie selbst zu dir gesagt hatte: ‚vergib‘?“ rief Mitjä vorwurfsvoll aus.
„Mitjä, wage es nicht, ihr Vorwürfe zu machen! Dazu hast du kein Recht!“ rief Aljoscha heftig seinem Bruder zu.