»Genug, Wassja, schon gut! Nun, nehmen wir an, daß du mit der Arbeit nicht fertig wirst, – was ist denn dabei? Ich verstehe dich nicht! Erzähle mir offen, warum du so leidest. Du siehst doch, daß ich für dich … Ach, mein Gott, mein Gott!« sagte er, immer auf und ab gehend und nach jedem Gegenstand greifend, der ihm gerade unter die Hände kam, als suchte er eine Arznei für Wassja. »Ich werde morgen statt deiner zu Julian Mastakowitsch gehen, ich werde ihn bitten, ihn um einen Tag Aufschub für dich anflehen. Ich will ihm alles, alles erklären, wenn er dich so quält …«
»Gott behüte!« schrie Wassja auf. Er war kreidebleich und konnte sich kaum auf den Beinen halten.
»Wassja! Wassja!«
Wassja kam zu sich. Seine Lippen bebten. Er wollte etwas sagen, konnte aber nur stumm und krampfhaft Arkadijs Hand drücken. Seine Hand war kalt. Arkadij stand vor ihm in banger, qualvoller Erwartung. Wassja blickte ihn wieder an.
»Wassja! Gott sei mit dir! Du hast mein Herz zerrissen, du mein lieber, guter Freund!«
Tränenfluten stürzten aus Wassjas Augen; er fiel in Arkadijs Arme.
»Ich habe dich betrogen, Arkadij,« sagte er, »ich habe dich betrogen! Verzeihe es mir … Verzeihe … Ich habe meinen besten Freund betrogen …«
»Was ist denn, Wassja? Was?« fragte Arkadij voller Entsetzen.
»Hier!«
Und Wassja holte mit verzweifelter Gebärde aus der Tischschublade sechs sehr dicke Hefte hervor, die genau so aussahen wie das, das er abschrieb, und schleuderte sie auf den Tisch.