„Ich bitte um Entschuldigung, ich bin garnicht müde!“ sagte Sascha erschreckt.
„Eins von beiden,“ fuhr Chripatsch fort, „entweder Sie bleiben überhaupt von den Turnstunden fort, oder ... Uebrigens kommen Sie doch nach Schluß der Stunden in mein Arbeitszimmer.“
Er entfernte sich eilig, und Sascha stand verlegen und erschreckt da.
„Hereingefallen,“ sagten ihm die Kameraden, „er wird dir bis zum Abend die Leviten lesen.“
Chripatsch liebte es, Verweise in längerer Unterredung zu erteilen, und die Gymnasiasten fürchteten nichts so sehr als diese Aufforderung ins Arbeitszimmer.
Nach Schluß der Stunden ging Sascha schüchtern zum Direktor. Chripatsch empfing ihn sofort. Er trat schnell vor Sascha, er rollte förmlich auf seinen kurzen Beinen, setzte sich dicht neben ihn, blickte ihn prüfend an und fragte:
„Sagen Sie doch, Pjilnikoff, ermüdet Sie der Turnunterricht wirklich? Sie sehen eigentlich gesund und kräftig aus, aber der Schein pflegt bisweilen zu trügen. Sind Sie vielleicht krank? Vielleicht ist es nicht gut, daß Sie turnen?“
„Nein, Herr Direktor,“ antwortete Sascha — und er wurde ganz rot und verlegen, „ich bin vollständig gesund.“
„Aber auch Alexei Alexejewitsch beklagte sich,“ entgegnete Chripatsch, „daß Sie eine schlappe Figur machen und schnell müde werden, und ich selber habe heute während der Turnstunde bemerkt, daß Sie matt aussahen. Sollte ich mich versehen haben?“
Sascha wußte nicht, wohin er sehen sollte vor dem durchdringenden Blick des Direktors. Er stammelte verlegen: