„Was nicht gar!“ sagte Darja höhnisch.

„Er ist im schönsten Alter,“ sagte Ludmilla, „zwischen vierzehn und fünfzehn. Noch kann er gar nichts und versteht auch nichts, aber er ahnt alles, wirklich alles. Außerdem hat er keinen scheußlichen Bart.“

„Auch ein Vergnügen!“ sagte Valerie verächtlich die Achseln zuckend.

Sie wurde traurig. Sie kam sich selber schwach, klein und zerbrechlich vor, und beneidete die Schwestern, — Darja wegen ihres fröhlichen Lachens, und Ludmilla wegen ihres Kummers. Ludmilla sagte:

„Ihr wollt nicht begreifen! Ich liebe ihn nicht so, wie ihr es glaubt. Es ist besser einen Knaben zu lieben als sich in eine gemeine, bärtige Fratze zu vergaffen. Ich liebe ihn unschuldig. Ich will nichts von ihm.“

„Wenn du nichts von ihm willst, so laß ihn doch in Gottes Namen laufen!“ antwortete Darja grob.

Ludmilla wurde rot und etwas wie Schuldbewußtsein grub schwere Falten in ihre Stirn. Darja taten ihre Worte leid. Sie trat auf Ludmilla zu, umarmte sie und sagte:

„Sei nicht böse! wir wollten dich nicht kränken.“

Ludmilla brach in Tränen aus, schmiegte sich an Darjas Schulter und sagte traurig:

„Ich weiß, daß ich nichts zu erhoffen habe. Er soll nur lieb zu mir sein, ganz klein wenig lieb.“