„Ich habe heute auch etwas Interessantes geträumt,“ erklärte Wolodin, „ich weiß nur nicht, was es bedeuten soll. Ich saß auf einem Thron und hatte eine Krone auf dem Kopf, vor mir wuchs aber Gras, und im Grase weideten Lämmer, lauter Lämmer, lauter Lämmer, bäh—bäh—bäh. Und die Lämmer gingen hin und her, schüttelten so mit den Köpfen und machten immerzu: bäh—bäh—bäh.“
Wolodin ging durch die Zimmer, schüttelte den Kopf, warf die Lippen auf und meckerte. Die Gäste lachten. Wolodin setzte sich wieder, blickte alle fromm an, zwinkerte vor Vergnügen mit den Augen und lachte, wie er es immer tat, mit seiner blökenden, schafsähnlichen Stimme.
„Nun, und was weiter?“ fragte die Gruschina und zwinkerte ihren Gästen zu.
„Nun, es waren eben lauter Lämmer, lauter Lämmer, und ich wachte auf,“ schloß Wolodin.
„Ein Schaf hat die Träume eines Schafes,“ brummte Peredonoff, „ein gefundenes Fressen für dich: Hammelkönig.“
„Ich aber hatte einen Traum,“ sagte Warwara mit einem schmutzigen Lächeln auf den Lippen, „der läßt sich in Gegenwart von Herren nicht erzählen; — Ihnen allein will ich ihn erzählen.“
„O, liebste Warwara Dmitriewna, das ist ja ganz mein Fall,“ antwortete die Gruschina, lächelte und zwinkerte allen zu.
„Erzählen Sie ungeniert,“ sagte Rutiloff, „wir sind bescheidne Leute, genau so wie Damen.“
Auch die übrigen, anwesenden Herren bestürmten Warwara und die Gruschina, sie sollten erzählen; die beiden aber sahen einander an, lachten gemein und erzählten nichts.
Man setzte sich an die Kartentische. Rutiloff versicherte allen, daß Peredonoff vortrefflich spiele. Peredonoff selber glaubte es. Aber heute, wie auch sonst immer, verlor er, Rutiloff dagegen gewann. Darüber war er sichtlich erfreut und redete lebhafter als gewöhnlich.