2) K., 3. Cassuben aber ist ein Teil von Pomern und seint die Wende gewest, die nicht gar am Mehre, sonder landwerts eingewohnet haben, welche widder gewonheit der anderen Wende weite gefaltzte Kleider trugen. Dan Cassubietz, heißt gefaltzte Kleider; und seint die gewest, dar itzt das Bischtumb zu Camin, der Heitort in Pomern und die Newemarcke ist; ire Sprach aber, die etwas Unterscheids mit dem andern Wendischen hat, ist nur allein in Pommern im Heitorte geplieben.
3) K., 3. Itzund noch ein gantzer Ort in Hinterpomern ist, da nur eitel Wende wohnen... Ytzund der Wenden Nhame und Geschlecht bey uns so verachtet ist, das man einen zum Schimpffe einen Wend oder Slafen (welchs ein Dinck ist) nennet.
4) K., 5. Keine Wende seint, die die Slafonier, so hinter Hungern sitzen, besser verstehen vnd mit inen reden khonnen, wan die pomerischen Wende, welchs noch hewtigs Tags glawbwirdige Leute bey uns Zewge seint.
5) P. II, 411. Die Pomern seint durchaus große wohlerwachßene, starcke lewte, vnd menlichs gemuts, doch seint sie traͤges zornes; darvmb treiben sie nicht leichtlich krieg vnd werden ehe bekrieget, den das sie es anfahen solten. Sie seint aber zu kriege beide zun waßer vnd lande geruͤstet vnd geschickt, vnd wen es jnen vonnoͤtten thut, sich der feinde zu erweren, seint sie vnerschrocken vnd hefftig; aber so balde der erste grim vber ist, seint sie wol widder zu stillen.
6) K., 415. Es ist das Folck mer guthertzigk wan freuntlich, mehe simpel dan klug, nicht sonders wacker oder frolich, sonder etwes ernst und schwermutig. Sunst aber ists ein auffgericht, trewe verschwigen Folck, das die Lugen und Schmeichelwort hasset; pittet sich untereinander gern zu Gaste und gehet widderum zu Gaste und thut eim nach seiner Art und Vermügen gern gutlich.
7) P. II, 433/5. Es seint die einwoner dieses landes [Rügen] sehr ein zenckisch vnd mortisch folck, das es eben an jnen schyr wahr ist, wie das latinische spruͤchwort lawtet: omnes insulares mali. Den im gantzen lande zu Pomern werden kein jahr so viel vom adel vnd andern erslagen, als allein in dieser kleinen jnsul. Es gibt auch dies folck so viel rechtgans als das halbe land zu Pomern. Den alle Sonnabend helt der landvoigt sampt den eltisten vom adel des gantzen landes zu Bergen gericht; da hat er von fruͤe morgens bis schyr an den abent genug zu thunde, vnd er hoͤret auch nicht gerne vmb des mittagmahls willen auff, den so er sie wegkgehen leßt, vnd nach eßens widder bescheidet, so trinken sie sich etwan ful, oder richten ein new allerm an, oder wen sie widderkhomen, treiben sie solch vngestuͤmigkeit vor gericht, das der her landvoigt nyrgentz mit jnen aus khan. Darvmb sytzt er gern das gericht gar aus, das er sie auff den andern gerichtstag verweise. Es ist kein edelman oder pawer im lande so slecht, das er sein wort nicht selbst redete, vnd das er nicht jr gewoͤhnlich landtrecht wißen solte. Vnd aus solcher vermeßenheit wil einer dem andern in nichts weichen, vnd khumpt daraus viel haders vnd morts; sonderlich gerhaten sie in den kruͤgen oder wirtshewßern leichtlich an einander, vnd wan einer von jnen saget: dat walde got, vn een kolt isen, so mag man jme wol auff die fewste sehen, vnd nicht auffs Mawl, den er ist balde an einen. Vnd geschieht in den kruͤgen so viel slagens vnd andre injurien, das offte ein edelman, der einen krug hat, so viel von buße vnd straffgelt ein jar daraus gewinnet, als sunst von einem halben oder gantzen dorffe. Vnd wor die Rhuͤgianer gehen oder reißen, haben sie einen schweinspies vnd einen rewtlingk an der seiten; wen sie zur kirchen gehen, setzen sie die spieße vor die kirchenthuͤr, einstheils nhemen sie die in die kirchen mit, vnd sol sich bisweilen, wen sie aus der kirchen gehen, offt ein lermen erheben. Gehen sie zur kirchen so seint sie gewapnet, gehen sie zur hochzeit, so seint sie gewapnet, bringen sie einen totten zu grabe, so seint sie gewappnet, vnd in summa man findt sie nyrgentz, sie haben jre were bey sich. Daraus khan man erachten, wen sie die wredigkeit, so sie vnter jnen treiben, in kriegen vnd gegen feinde geprawchen, das es ein tapffer kriegsfolck were. [Vergl.Nr. 91.]
8) K., 419/420. Das sie Slafi heissen, ist die Ursach, das die beiden Worter slaff und slafa in yrer Sprach sehr gemeine seint, sonderlich in Zusammensetzung yrer Tauffnhamen, und darum von den Andern, die yrer Sprache nicht gewest, Slafen seint genennet worden. Oder wie die polnische Chronika sagt, so seint sie davon Slafi und Slafones genennet, das sie schwetzig und vuller Wort seint. Dan Slafonos nennen sie verbosos, und slafa heisset ein Wort.
Die Familie.
9) K., 393. Sein [des Herzogs Bugslaff von Pommern. († 1523.)] Reim ist gewest D. U. J. W., das ist: »Der Uren ich warte«, domit er stets eine Gedächtnus des Tods gehapt.
10) K., 402. Er [Herzog Georg von Pommern († 1531)] war sunst frolich und hurtig in allen Sachen. Darum was sein Reim: H. M. F., das ist: Herdurch mit Freuden. [Vergl.Nr. 68.]