62) K., 163. Ist alhie [Stralsund] von den Hollendern und andern nidderlendischen Kawflewten der großiste Handel gewest. Aber nachdem die Nidderlender nur tewrpar Ware fhüreten, domit sie ire großen Schiffe nicht beladen khonten und deshalben Steine und Sand vor Ballast haben eingenhomen, welchs sie, wan sie vor den Sund khemen in die Hafenung, die izt der Gellen heißet, ausgeworffen und die Hafenung so verschuttet haben, das man kawm drei Ellen hoch dadurch schiffen khan, welches ein unuerwintlicher Schaden ist, seint die Burger gegen die Niderlender unwillig geworden. [Vergl.Nr. 28;30;39;44;51;58;64;69;81;88.]
Schiffahrt.
63) K., 397. Hiernach [am Rand: quo tempore incertum] zogen die Fursten sampt etlichen Reten und Dienern in einem Zesekhane von Wolgast uber das frische Hafft nach Stettin und hetten umb des Traurens willen, das Hertzog Georgen sein Gemahel abgestorben was [Amelia † 1525] alle Schwartz an. So treib ein ander Zesener auff dem Hafe; als derselbig der schwartzen Kleider gewart wurt, meinte er nicht anders, es weren schwartze Munniche. Und die Zesener seint mit den Zesekanen so behend und rüsch, das sie auch gegen den Wynt mit khonen lauffen und, wan sie wollen, sie so hurtig wenden, wie einer ein Pferd thut. So wolte der Zesener den Munnichen einen Pussen erzeigen und leufft gerade mit seinem Zesekhan auff die Fursten, als wolte er sie in Grund lauffen, und kham hart daran. Do schregen sie alle auff und stachen mit den Spießen nach ime und meinten nicht anders, er wurde sie in Grunt lauffen. Aber als bald er hart an sie kham, wendete er im Huy den Khan und lieff domit darvon, und man wuste nicht, was es vor einer gewest was. Dan der Zeskane seint mehe dan hundert auff dem Hafe. So hette aber der Zesener noch nicht anders gemeint, sonder es weren Monniche gewest, und hette sich berhomet, wie er sie geschreckt. Und dasselbig erfhuren die Fürsten und ließen ine greiffen und (zu Ukermund) in den Torm setzen, aber er wart noch erpetten, das er das Lebend behielt. [Vergl.Nr. 62;89;90.]
64) P. II, 437–464 ist über den Handel in Pommern zu vergleichen.
Handwerk.
65) P. II, 439. [Stralsund] In dieser stat ist one den rhat vnd kawffleuten nichts, das nicht in ein gilde oder werck geteilet were, vnd ein jglich handtwerck hat gemeinlich sein eigen gaßen ein, da sie zusammen wonen, damit ein handtwerck das ander nicht hindre. Man sagt, das hier allein viertzehn hundert treger seint, die nichts anders thun als das sie die waren aus den schiffen leuchten vnd in die stat tragen. [Vergl.Nr. 74;82;88.]
Die Kleidung und Körperpflege.
66) K., 69. Anm. 1. Der Frawen [des Dobislaff in Stettin] schenckte Sanct Otto [Ao. 1124] ein feine latzken Cortze, und nach den achte Tagen der Tauffe gab er den Knaben hüpsche weisse Zindel Westerhembde mit gulden Leisten und zwey gülden Gürtel und bunte Schuch und lies sie wider zu Haws gehen[178].
67) K., 264. Anm. 1. [Ao. 1426.] Hie sagt man, weil so verdriesliche Handlunge war und die Stette den Vertrag nicht wolten annhemen und ine doch nicht zufriden lassen, das der Khonig [Erich von Dänemark] die Lenge hat die Stette in einen Hoff zu sich khomen lassen, dar man ubel rein und trucken hinein khonte khomen zu Fusse. So haben die Stette lange Kleider mit statlichem Mardern und anderm Futter angehapt und hat sich ein iglicher geschewet, durch den Kot zu gehen. Die Lenge ist der Burgermeister vom Sund N. herfurgetretten und hat gesagt: »Ey, was stehen wyr hyr? Mein Hern vom Sunde seint wol so reich, das sie myr einen newen Rock khonnen widdergeben.« Und ist demnach mit Fleis durch den Kot gleich zu, da der Khonig was, gegangen und hat den Rock nichts auffgehoben.
68) K., 349. [Bugslaff X hat Ao. 1496 zur Jerusalemfahrt] sich und die Seinen auff dreyhundert Pferde gerustet und in rot Lundisch gekleidet und ist also im Jar 1496 am Tag Lucie ausgezogen... Und hat... alle seine Diener zu Nurembergk von newen angekleidet und gab den Knechten diessen Reim M. M. D. M. M. von gulden Flittern auff die Ermel, aber den Junckern gab ern von eitel Perlen. Den Knechten lies er die Kappen umb den Rand von eiteln silbern Flittern besticken und den Junckhern von Perlen.