82) P. II., 427–431. Von fischereye. Fischerey hat das land vbertrefflich... In der saltzen sehe werden allerley fische gefangen, fuͤrnehmlich werden schoͤne stoͤre darin gefangen, item sehehunde, welche die Pommern salhunde nennen. Die seint recht wie hunde, vnd haben weißfahle haar, vnd forne fuͤße wie ein hundt, aber hinten haben sie breite fuͤße wie eine gans, damit sie sich im wasser behelffen khoͤnen. Sie werffen ire jungen wie andre thier, das mehrenteil seint sie im waßer, aber wen es gut wetter ist, so liegen sie auff den großen steinen im waßer, oder auf dem strande vnd verwettern sich. Man sol bisweilen an den orten da sie gute dege haben, vber etzliche hundert stuͤck sehen, wen man aber mit schiffen bei jnen hinfharet, so schießen sie ins waßer vnd ducken sich vnter, bald khomen sie vmbs schiff wieder auff, vnd spilen, vnd lassen sich sehen, und hoͤren gerne wan einer mit dem mawle pfeiffet. Dieselben salhunde schewßt man mit der buͤchßen, vnd sobald sie geschoßen seint, khoͤnen sie nicht vnters waßer pleiben, den die sehe leidet kein verwundt, auch kein ahs. Darvmb haben diejenen, die sie schießen, hunde, welche darauff zugericht seint, dieselben holen sie zu lande. Man fenget sie auch in den netzen, wen sie nach den fischen sleichen; sie seint viel feister den ein schwein, darvmb ißet man nhur das mager fleisch darvon, das kochet man wie wildbret; von dem feisten machet man salspeck, das ißet man in der fasten, vnd den trahn, so die bewtler vnd andre handwerker geprawchen. Von den fellen machen die fischer bisweilen jekichen, auch bezewcht man viel taschen damit, vnd ist sehr dicht vor regen; es hat die natur, wenn es regnen will, das sich die haare auffstruͤben.

Man fenget in der sehe auch meerschweine, die haben keine fuͤße, keine haar, kein mawl, sondern vnder am halse wie ein schlunt, auch keine zene, sondern eine dicke schwartze haut; synt wie andre fische, aber haben jre kunde, dabei man siehet, welche menlyn oder weiblyn seint, vnd werffen auch jre jungen wie andre thiere. Dieselben seint auch sehr feist, darvmb kochet vnd ißet man von jnen das mager, wie vom salhunde, vnd machet vom feisten thran. Man fenget in der fasten auch einen fisch, der heisset hornfisch, hat gruͤnweiß fleisch vnd gruͤne graten, vnd einen schnabel wie ein storch, ist einem ahl nicht vngleich, allein das er dicker ist. Den eßen die armen lewte, den er ist nicht sonders geschmacks. Item man fenget auch einen fisch, den nennet man doͤrsch, der ist von der arth da der stockfisch aus wirt, ist gut zu essen, vnd hat eine große leber, die man vor leckrig achtet.

Auff den sommer fenget man auch eine art von krebsen, die man krabben heißet, welche Plinius carabas nennet; seint nicht gar krebse, den sie haben keine große scheren forne, sonder nhur kleine ermen wie der krebs kleine schopen. Und seint die krabben nicht viel groͤßer vnd lenger den eines kleinen kindes kleinster finger, schießen zuruͤgge wie krebse, vnd wen man sie sewt, werden sie auch so roth. Vnter diesen krabben fenget man bisweilen eine andre arth der krebse, die heißet man mehrspinnen, die jßet man bey vns nicht, den sie seint klein vnd werden nicht bei hawffen gefangen. Die seint breit und schyr rund, vnd haben keinen schwantz, sondern es scheinet, als wen jnen der schwantz vnten in den bawch gewachsen, haben hohe beine, und wan sie gehen oder schießen, so thun sie es nicht hinter sich wie die krebse, auch nicht vor sich, sondern vber die seite. So fenget man auch einen andern fisch von groͤße eines kulbarses, aber auff vnd auff gleich dicke, ist gruͤn, gleibfrig von fleisch, hat vier reigen als kleine stacheln, als were er vierecket, den nennet man einen sehehanen. Derselbige pfleget, wie die schiffer sagen, wan ein vngewitter wil ersteigen, wie ein hane kreigen, den jßet man nicht, den man helt jne vergifft. Item durch den gantzen Pomerschen strand fenget man hering; man hat auch ehemals wahlfisch gefangen, item schwertfisch, davon noch ribben vnd beine viel bei vns sein. Der schwertfisch hat ein schwert von graten forn am kopffe, je so scharff und huͤpsch gereifft, wie man sunst ein schwert macht. Den sagt man, das er des wahlfisches feind sey, vnd wen er vnter jme khomen khan, so sucht er jme das weiche am bawch, vnd ersticht jne. Das sey von den meerfischen gesagt, nhun wollen wyr von den andern auch was sagen.

Die Raddenye bey Colbitz ist ein vberaus tieffer sehe, das man meint, man khoͤne jnen kawm mit 300 klafftern gruͤnden. Darin ist sehr feister braßen vnd ander fisch, sonderlich sein so große marenen darin, wie man sunst an keinen andern ort findet. Derselben khan man keine das gantze jar vber fahen, vmb tieffe willen des sehes, sondern vmb catarina so leicht er, alsden khumpt er in die hoͤhe. So fenget man jne bei vier wochen lanck, seint einsteils vier oder fuͤnf spannen lanck, schyr von gestalt einer karpffen aber viel feister vnd neeßlicher. Man troͤget sie auff, aber sie khoͤnen feistigkeit halber nicht lenger den auff den meyen wahren. In Hinterpomern hats schoͤne lachsfenge, die seint so gestalt. Der lachs wil vmmerzu aus dem saltzen waßer in das frische, vnd trit so hoch hinauff als er vmmer khomen khan. So hat man die fließe mit schlewßen gefaßet, das das waßer mehr den zween menner hoch hervberschewßet. Wen nhun der lachs dafuͤr khumpt, vnd das frische waßer von oben herab kostet, so wil er stracks darein, darvmb schwengkt er sich so lange bis er hinauff springet; wen er hinauff khumpt so lewfft der strom so gestrenge, das er nicht khan vortkhomen, sondern drenget jne an den kasten vnd an die leiter. Vnd wen den zeit ist, das man meint, das man was gefangen hat, so hat man ein schutzbrett, das leßt man nieder, so stehet das fließ, vnd der kasten wird zwuͤschen dem schutzbrette vnd der leiter droͤge; so siehet man den, was man gefangen hat, vnd slagt die lechse mit knuͤtteln zu totte. Es seint also zu Ruͤgenwalde wol ehemals auff eine nacht vber 300 stuͤck gefangen, aber das khumpt nicht offte.

Sunst aber fenget man durchaus im gantzen lande, beide im saltzen vnd frischen waßer allerley gemeinen fisch, hechte, braßen, raben, zannat, aland, bleye, schwepen, barße, butten, schullen, ele, newnogen, kulbarse, goldfische, zarten, gruͤndelen; etzlicher ortten hats auch forellen vnd schmerlen, auch karpffen vnd krebs, aber nicht gemeine. Es werden aber viel krebs aus der Marke, vnd den anderen vmbliegenden landen gepracht.

Staats- und Gemeinde-Altertümer.

Frieden.

83) K., 92. [Ao. c. 1160.] Fried und Vertrag volzihen nach alter gewonheit der Rhugianer. Das war also, das der jennig, der den Fried machete oder annham, pflag einen stein ins Meer werffen mit der Wunschung, welches Teil ersten den Fried brechen wurde, das der so solte vergehen wie der Stein im Meer.

84) K., 313. [Ao. 1472.] Was gewunnen was [im Kriege an Land und Städten] bleibt, wie es pflegt, gewunnen, und die Gefangen seint gegeneinander losgegeben.

Fürsten.