119) K., 62/3. So unterrichtete sie Sanct Otto und die Seinen bey sieben Tagen im Catechismo. Darnach gepot er inen 3 Tage lanck zu fasten und zu baden und darnach weisse und reine Kleider anzuthun und also erst mit reinem Hertzen und darneben mit sawberm Leibe zur Tauffe zu khomen. Und lies mitler Zeit drey Teuffe zurichten, eins vor die Knaben, die Sanct Otto selbst tauffte, das ander vor die Menner, das dritte vor die Weiber und Meigtlin. Die ummehingen sie fein mit Tapeten, domit man nichts Unhofflichs sehen khonte, und die Priester stunden hieaussen, und vor inen hinck ein zindel, das sie auch nichts Ungeburlichs sehn khonten. Und wan sich das Folck eingedunckt, das der Priester dan wol horen khonte, so ergreiff er inen den Khopff und duncket sie dreymal unter und sahe nichts mehr wan den Kopff, domit kein Ergernus am Sacrament der Tauffe gespurt wurde und sich erliche Personen nicht schemen türsten. Und ein iglicher ginck nhur mit einem Peten in die Tauff, da legt er dan erst die Kleider ab und gab das Wachslicht und die Kleider dem Peten und steig hinein. Der Pete hielt das Licht und hielt die Kleider vor die Awgen, das er nichts sahe. Wan dan der Priester horete, das er im Wasser ware, greiff er um und tunckte ine ein und cresemte ine und sahe ine wol nicht eins. Darnach steig er widder aus; so gaben ime die Peten die Kleider wider und beleiteten ine. Er aber das sie getaufft wurden, verhorte Sanct Otto sie, und wan sie die Worte des Catechismi wol wusten, confirmirt er sie mit Oele. Also hats Sanct Otto alhie und im gantzen Lande mit der Tauffe gehalten. Im Winter hat er aber umb Kelte willen in Stuben Tauffe zugericht und mit Reuchkertzlin und Weirauch kostlichen Geruch gemacht. [Vergl. Herbord II, cap. 15. Scriptores XII, pg. 782/3.] [Gebet vergl.Nr. 41;130;135.| (Dazu Randbemerkung:) Gebet.]

120) K., 143. [c. 1217.] Siguinus, 17 ungeferlich gestorben, hat geordnet, das die losen Weiber nicht in den Ostern, wie andere, sonder auf Karfreitag solten communiceren, das domit ein Schewen gemacht, auf das ein igliche sich darnach ehrlich hielte.

Gebet.

[Gebet vergl.Nr. 41;130;135.]

Fluch.

121) K., 314/5. [c. 1470. Herzog Erich hört von einem Kassenverwalter, daß in einem Jahre 1400 Mark Schulden gemacht sind]. Darvber was er scheldig geworden und hette gesagt, wie seine Gewonheit zu fluchen was: »Dar slagen euch vierzehenhundert Mörde zu...«

122) K., 324. [Ao. 1477.] »Da solten noch drey seuen Duuel, wie er [Herzog Bugslaff] auff pomerisch pflag zu fluchen, durchfahren.«

Spott.

123) K., 366. [Ao. 1498.] Wurt Hertzog Baltzar [von Mecklenburg] etwas verdrossen und legte sich in ein Fenster und hub an zu singen, wie man in den Ostern pflag zu singen ein Salue festa dies etc.: »Infernum vicit et astra tenet.« So verkerte ers und sang »Infernum visitat, Astrot tenet.« Und meinte, solliche Ratslege macheten keinen Steig zum ewigen Leben. [Vergl.Nr. 134.]

Reformation.