132) P. II, 365–372. 1525... hetten die von Landspergk newlich einen schwartzen muͤnnichen bekhomen, der jnen predigen solte... Derselbe gingk, wie jre art was, den wulffstieg... So was ein buͤrger zu Landspergk, der hies Thewas Hase, der was halb lutherisch, vnd verdros jme des muͤnnichen gawkelwerk. Vnd wie der muͤnnich einmal vber die bruͤcke ginck, vnd Thewes Hase bei jme hinginck, sagete Thewes Hase zu ime: wulff heuchler, wulff heuchler! dan so pflagk man gemeinlich zu der zeit die muͤnniche vnd pfaffen auszuschreien. Das verdros den muͤnnichen sehr... Und machte sich darnach vnsichtlich, vnd ginck in Hasen haws, vnd sahe was da gekochet wurt, vnd nham stets das beste gerichte vom fewer wegk, das nymands wuste wo es pleib... Darnach warff er mit steinen vnd stoͤcken im haws, das nymands darin pleiben tuͤrste; bisweilen wen Hase mit seinem weibe zu bette ginck, zuͤndete er das betstroh an. vnd wen sie wolten retten oder fewer schreien, so hette er es balde geleschet. Offte zuͤndete er Hasen haws an im tage, vnd schweiffte vnsichtlich durch die stat, vnd schrey: fewer, fewer! vnd wen das volck zulieff vnd wolte es retten, so leschete ers; vnd wurt derhalben ein große angst in der stat, vnd gepot der rhat Hasen, das er solte mit weib vnd kint aus der stat zihen. Vnd darvber verzuffete der gute man gar, vnd ginck in eine gemeine badstuben, vnd badete schyr den gantzen halben tag, das es jederman sahe, das ers aufs verzuffen tette. Darvmb troͤsteten sie jne, vnd sagten, er solte aus dem bade gehen, vnd sich selbst nicht vorwarlosen, vnd sagten jme zu, das sie wolten mit jme heimgehen, ob sie khoͤnten mercken was es were. Darvnter was der hencker, der sich auff schwartze kunst wol verstundt. So sagte einer darvnter: es khoͤnte nicht wol muͤglich sein, das es ein geist were, dan wan es ein geist were, doͤrffte er so viel wunders nicht trejben, dan es khoͤnte wol auff einmal haws vnd hoff vmbkheren: es muͤste eigentlich zawberei sein, das es etwan ein alt weib oder gelehrter, die mit solchen kuͤnsten vmbgingen, muͤsten anrichten... Die lenge ginck [der Mönch]... die stiege hinauff auff den boden. So was Thewes Hase ein feiner reisiger buͤrger gewest, das er gutten harnisch hette, der auff dem boden hinck. Den zogk der muͤnnich an, vnd gingk lange mit damit auff dem boden, wie ein kuͤritzer. Vnd wie er nhu genug damit gespalcket hette, wurt es die lenge stil. So gingen die lewte auff den boden... vnd funden nichts anders wan sewkoth...

Auff den abend gingk der muͤnnich, wie er gewonen was, in das calandhaws, da alleine die priester pflegen, jre zeche zu halten... Do sagte ein priester vngefherlich zu jme: her Johan, wolt jr nicht bald außreiten?... Den man heißet es außreiten, wan einer durch schwartze kunst wohin schwebet. So nahm es der muͤnnich für schertz an, vnd hette es doch im synne das ers thun wolte, vnd sagte, er wolte seiner nottorfft nach wohin gehen. Vnd domit es one vordacht were so lies er seine kappe da, vnd gingk in dem vnterrocke wegk... [Der Mönch wird in einem Bürgerhause gefaßt], da der rhat hinkham vnd befhal jne wegkzusetzen. So bat der muͤnnich, man muchte jme doch seine schwartze kappen aus dem calande holen, das er sich im torm damit decken moͤchte. Das rhiet aber der hencker abe vnd sagte, er wird eigentlich seine zawberei darinne haben... Darumb lies der rhat die kappe holen, vnd besuchten sie, vnd funden das er forn an der brust hette vernehet einen zettel mit characteren, vnd haar, vnd etzliche kreutter, vnd ander seltzsam dingk, welches die zawberei was.... [Dieser Mönch soll dann den Markgrafen Joachim in der schwarzen Kunst unterwiesen haben.] [Vgl.Nr. 106.]

Aberglauben.

133) P. I., 333/4. [c. 1325.] Es sol ein poltergeist, den die vnsern chimmeken nennen, auff dem schlosse [zu Loitz] lange jar gewesen sein. Dem hat man alle abend pflegen, süße milch hinsetzen, das er sie die nacht esse, vnd hat also keinen schaden gethan. Wie aber die Meckelburger das schloß inne hetten, sol ein kuͤchenbube jme die milch genhomen haben, vnd sie selbst ausgesoffen, vnd dem geiste spöttische wort gegeben. Daßelbe hat dem geiste sehr verdroßen; vnd wie einmal der koch fruͤ auffgestanden, und der bube fewer machete, vnd der koch hinginck vnd wolte fleisch holen das er beysetzete, hat der geist mitlerweilen den buben genhomen, vnd in stücken gehawen, vnd in den großen ehrnen grapen gesteckt, der mit heißem waßer bei dem fewer stundt. Vnd demnach, wie der koch wiederkhomen, hat der Chimmeke gelachet vnd gesaget, es were alle gahr, er solte anrichten vnd essen. Do hat der koch den grapen gesehen, vnd hende und fuͤsse gefunden, vnd gesehen, das er der bube gewesen, vnd ist erschrocken; darnach sey der geist wegkgezogen, vnd habe sich nicht mehr ver nhemen lasßen. Es sey nhun so oder nicht, dennoch ist es daselbst eine gemeine sage, vnd man zeiget noch diesen tag den grapen, darin es sol geschehen sein.

134) K., 367 Anm. 2. [c. 1500.] Wie es George Kleiste bey der Diuenow begegnete, do er in der Nacht uber das Wasser fhur und alsbalde alles finster wurt, das er und seine Knechte nicht wüsten, wo hin aus und ein Stim kham: »hieher, hieher,« da er nicht hin wolte. Darnach ein fewriger Man kham und sich zum Wagen tette und die Lehnunge angreiff und so bey her lieff und ummerzu grosser und grosser wurt, da ime doch nymands antwortete; dan Georg Kleist hets verbotten. Und ein Hund lieff unter dem Wagen und gischete als solte er sterben. Die Lenge, do nymands nichts sagte, lies das Gespenst den Wagen gehn und echterte sich, und die Lenge fhur es auff und slug den Mantel von ein. Do sahe man ime in den Leib hinein, Rippen und alles wie ein hollisch Fewr; mit des verschwandt er. Dis sagte man, das es Georg Kleist geschehn were umb des willen, das er das Fegfewr nicht glewben wolte. — Item Jacob Fleminge begegnete es so, das er bey dem Strande zwuschen der Zweine und Diuenow auch reisete, und was finster; so warden den Knechten oben die Fhurspiesse brennen; des erschraken sie alle und wolten das Fewr abslagen, und floch das Fewr auff den Wagen, da Flemingk auff fhur und lieff ummeher. Des erschrack der Knab, der vor im Wagen saß, und fil unter den Wagen, und mit des leufft auch ein Kugel der Flamme unter den Wagen. Des wurden die Knechte scheldig und stachen darnach und hetten den Knaben schyr erstochen, wan er nicht auffgeschrien hette. Diesser Flemingk solle gesagt haben, ob noch ein Mensch im andern steche, und wan er scheldig wurt, sagte er: »Dyr soll Ulck bestehen!« (sic!)

Abgötterei.

135) P. II., 57/8. Auch ist zu dieser zeit [c. 1440.], wie man saget, der Putzkeller sekta im Lande zu Bard gewest, vnbewust woher sie erstanden. Das ist eine teuffelsche lere gewest, schyr auff die art wie die Adamiter vnd gartenbruͤder sein, haben gehalten, das nach dem juͤngsten tage der teuffel solle Christum aus dem himmel vertreiben, vnd er sampt seinen glewbigen widder in den himmel khomen, vnd er so lange darin regiren, wie Christus geregiret hat. Vnd sein des jares an einen ort zusamen khomen, daselbst sie auff die nacht etliche ceremonien vnd gepete gehalten, vnd hat jr vaterunser angegangen: »vader vse, hulder buse, thovorm werestu du ower vns, nu bistu vnder vns,« vnd wan sie alles gethan haben, haben sie sich verschworen, die ceremonien vnd glewben nicht zu vbergeben, vnd darnach hat der oberste alle lichter ausgeschlagen, vnd gesagt: »wachset vnd vermehret euch«. Vnd sein also zusamen gefallen, man, weib, gesellen, junckfrawen, wie sie vngefehrlich bei einander gestanden; vnd haben es dafuͤr gehalten, wer in dem glewben were, der khunte nimmer arm werden. Vnd jr abzeichen gegen einander was, wan sie sunst bei den andern christen in der kirchen saßen, wan man in der kirchen vnter der messe das sacrament auffhielt, das sie sich vmbkhereten oder ja nicht danach sahen. Vnd was diese abgoͤtterej vnter dem adel allein vnd hielten es so heimlich, das es nymandts ertbaren khunte, bis das der teuffel einmal den zehenden von jnen nham, vnd ein edeljunckfraw von Datenberges geschlecht, da sie einmal also zusamen weren, wegkfhuͤrete, darvber die sach begunte auszubrechen, vnd also der convent verstoͤret wurt. Vnd derselben Ketzer sein auch viele vmb New Angermuͤnde in der Marke gewest, vnd sagen etliche, das die stat darvmb Ketzer-Angermuͤnde heiße. Dan hernach im jare 1500 vngefher, als jederman solche vnchristliche sekta tadelte, vnd dennoch viel bestendig darin pleiben wolten, ist einer Marquardt Behre von Forckenbecke aus diesem lande in Picardien ein jar fuͤrgewichen, vnd nach ausgange des jares widder khomen, vnd hat Metzkawen von dem Grellenberge nachgelassne witwe, Margreta Leisten eine junckfrawe, vnd noch mehr junckfrawen mit sich wegkgefhüret, hat vier reisige pferde vnd einen verdeckten wagen gehapt, darin er die fraw vnd junckfrawen wegkgefhuͤret, vnd nymans weis auff diesen tag wohin; werden noch von den lewten, so sie gekhant, beklaget.

136) Über die Götzen Triglaf, Borveit, Gerveit, Schwanteveit, Rhugieveit und Poronutz vergl. K., 70; 78; 103/4; 112; 113/4.

Wissenschaftliche Altertümer.

Gelehrtenleben.