die nach Ovid ("Met." 8, 620-725) Jupiter und Merkur gastlich aufnahmen, ohne sie noch als Götter erkannt zu haben, die dafür ihre Hütte zum Tempel verwandelt sahen, dessen Diener sie werden durften, und die, auf Verlangen zur selbigen Stunde sterbend, in eine Eiche und eine Linde umgestaltet wurden, welche gepaart an Phrygiens Höhen wuchsen, von Gläubigen bekränzt. Hagedorn ("Werke" 1793; II, 197) und danach Goethe (1802 "Was wir bringen"; 1809 "Wahlverwandtschaften" II, 1 und 1833 "Faust" II, 5) brachten weiteren Kreisen Deutschlands den Stoff nahe, den bereits La Fontaine ("Philemon et Baucis") verwertet hatte.—

Morpheus,

in dessen Armen wir Schlafende ruhen lassen, besitzt nach Ovid ("Met." 11, 634-693), als ein Sohn des Schlafgottes Somnus, die Macht, Traumgestalten hervorzurufen ("μορφή", die Gestalt; danach: "Μορφεύς", der Gestaltende).—

In der 107. Fabel des Hyginus (bl. um 10 v. Chr.) tötet Apoll in der Gestalt des Paris den Achill durch einen Pfeilschuss in die Ferse. Hier war die Stelle, wo er sterblich war; denn bis auf die Ferse, an der sie ihn hielt, hatte Thetis den Neugeborenen in den unverwundbar machenden Styx getaucht (s. Fulgentius 3, 7). Wir nennen daher die schwache, verwundbare Stelle eines Menschen seine

Achillesferse

(von den Ärzten wird der sich von der Wade zur Ferse hinziehende Sehnenstrang "Achillessehne" genannt).—

Nach Hyginus (Fab. 178) tötete Cadmus den Drachen, der den kastalischen Quell bewachte, und säete dessen Zähne aus und pflügte sie unter. Daraus entsprossen dann Krieger, die sich, bis auf fünf, einander erschlugen. Hiernach nennen wir eine Saat der Zwietracht

Drachensaat,

obwohl es richtig wäre, von einer "Drachenzahnsaat" zu reden.—

Wir pflegen zu sagen, dass ein neubelebt aus dem Zusammenbruch des Bestehenden hervorgehender Staat oder Mensch sich erhebe, wie ein