Lehrstand, Nährstand, Wehrstand
wird bei Erasmus Alberus (1500-53) zum ersten Male angedeutet. In seiner "Predigt vom Ehestand" aus dem Jahre 1546 (auf der Königl. Bibliothek in Berlin) heisst es Bogen 6: "Der Priester muss lehren, die Oberkeit wehren, die Bauerschaft nähren" und in seinem "Buch von der Tugend und Weisheit, nämlich 49 Fabeln" (Frankfurt a. M. 1550, Fabel 47, Morale):
"Fein ordentlich hat Gott die Welt
Mit dreien Ständen wohl bestellt.
Wenn die sich nur wüssten zu halten,
So liess Gott immerdar hin walten.
Ein Stand muss lehrn, der andre nährn,
Der dritt' muss bösen Buben wehrn".
In Luthers "Tischreden", 1560, (B. 59, S. 207) heisst es:
"Amt eines treuen Seelsorgers".