Weil sie, was durch dreissig Jahre Krieg verübt, soll alles decken",
sind wohl unsere Quellen, wenn wir sagen, dass wir etwas
Mit dem Mantel der Liebe zudecken.
In Friedrich Wilhelm Gotters "Gedichten" (I, S. 91; Gotha 1787) heisst es in der Romanze "Die Trauer" (1774):
"Elise, die gern Thränen stillt,
Verirrte gerne leitet,
Und über kleine Schwächen mild
Der Liebe Mantel breitet".
Es sei hierbei erinnert an "Sprüche Salomonis" 10, 12: "Liebe decket zu alle Übertretungen", an 1. Petri 4, 8: "Die Liebe decket auch der Sünden Menge" und an das (nach dem "Corpus iuris canonici", Dist. 96, c. 8) dem Kaiser Konstantin zugeschriebene Wort: "er würde, wenn er mit eigenen Augen einen Priester oder Einen im Mönchsgewande sündigen sähe, seinen Mantel ausziehen und ihn so damit bedecken, dass Niemand ihn gewahre" ("chlamydem meam expoliarem et cooperirem eum, ne ab aliquo videretur").—
Aus Paul Gerhardts (1606-76) Kirchenliede "Nun ruhen alle Wälder" ("Geistliche Lieder und Psalmen", Berlin 1653) stammt die Frage: