(Seneca "De beneficiis", IV, 21: "Artifex est etiam, cui ad excercendam artem instrumenta non suppetunt", "auch der ist ein Künstler, dem zur Ausübung der Kunst die Werkzeuge mangeln").—

Aus "Emilia Galotti" 2, 7 u. 8 wird citiert:

Perlen bedeuten Thränen,

womit Lessing einen Aberglauben wieder auffrischt, der bereits im 9. Jahrh. verbreitet war. Zu jener Zeit erschienen die "Traumlehren" des Astrampsychus und des Nicephorus (her. v. Rigaltius. Par. 1603), in denen es heisst: "οἱ μάργαροι (bei Niceph.: "μαργαρῖται") δηλοῦσι δακρύων ῥόον", "Perlen bedeuten einen Thränenstrom".—

Aus "Emilia Galotti" 4, 7 stammt:

Wer über gewisse Dinge den Verstand (5, 5: seinen Verstand) nicht verliert, der hat keinen zu verlieren.

Gewiss kam der in spanischer Litteratur so bewanderte Lessing auf diese Wendung durch Baltazar Gracians Wort: "Muchos por faltos de sentido, no le pierden"—"Viele verlieren den Verstand deshalb nicht, weil sie keinen haben" ("Oraculo manual" § 35, 1637 zuerst erschienen, übersetzt von Arth. Schopenhauer: "Handorakel" 3. Aufl. 1877, S. 22).—

In "Emilia Galotti" 4, 7 heisst es ferner:

(Ha, Frau,) das ist wider die Abrede.

Schiller lässt in "Kabale und Liebe", 2, 3, Ferdinand, und im "Fiesco", 2, 9, den Mohren diese Worte sagen. Fr. Kind legt sie in der Wolfschluchtscene des "Freischütz" dem Jägerburschen Max in den Mund.—