Schon Wieland lässt in dem lyrischen Drama "Die Wahl des Herkules" (1773) diesen, zwischen Tugend und Begehrlichkeit schwankenden Halbgott ausrufen:

"Zwei Seelen—ach, ich fühl' es zu gewiss!

Bekämpfen sich in meiner Brust

Mit gleicher Kraft." . . . .

Und lange vor Wieland singt Racine (1639-1699) im dritten Gesange seiner "Cantiques spirituels", "Plainte d'un Chrétien sur les contrariétés qu'il éprouve au dedans de lui-même", den er dem siebenten Kapitel des "Römerbriefes" entlehnte, wo Paulus den Kampf seines inneren und äusseren Menschen schildert:

"Mon Dieu, quelle guerre cruelle!

Je trouve deux hommes en moi:

L'un veut, que plein d'amour pour toi,

Mon coeur te soit toujours fidèle,—

L'autre, à tes volontés rebelle,