[36] Ebenda. "Die Sonne geht in meinem Reich nicht unter".

Der Gedanke findet sich schon im Keime bei Herodot (7, 8), wo Xerxes († 465 v. Chr.) zu seinem Kriegsrate von dem Feldzugsplane gegen die Athener spricht: "Wenn wir uns Die und deren Nachbarn aus dem Reiche des Phrygiers Pelops unterwerfen, so thun wir dar, dass Persien dann an den Aether des Zeus grenzt. Denn dann ["χώρην γε οὐδεμίαν κατόψεται ἥλιος ὁμουρέουσαν τῇ ἡμετέρῃ">[ wird die Sonne auf kein Land mehr herabblicken, das an das unsrige grenzt; vielmehr werde ich, ganz Europa mit euch durchstreifend, alle Länder zu einem Lande vereinigen". Die erste Aldiner Ausgabe des Herodot wurde 1502 in Venedig gedruckt. 1585 wurde zu Turin bei der Vermählung des Herzogs von Savoyen mit Katharina von Österreich ein Schäferdrama "Il pastor fido" von Guarini aufgeführt, in dessen Prolog es heisst:

Altera figlia

Di qel Monarca, a cui

Nè anco, quando annotta, il Sol tramonta.

Hehre Tochter jenes Monarchen, dem die Sonne auch dann nicht untergeht, wenn es nachtet.

Balthasar Schupp sagt in der "Abgenötigten Ehrenrettung" (1660), S. 665: "Der König in Spanien ist ein grosser Potentat; er hat einen Fuss stehen im Orient, den anderen im Occident, und die Sonne gehet nimmer unter, dass sie nicht in etlichen seiner Länder scheine". Nach Edmund Dorer "An Calderon zum 25. Mai 1881" ("Die Gegenwart", 4. Juni 1881, S. 361) hat es ein König von Spanien zuerst gesagt. Welcher? wann? wo?—

In Schillers "Don Carlos" 1, 6 findet man ferner die Worte:

Hier ist die Stelle, wo ich sterblich bin;[37]

und: