Jedes Land hat die Juden, die es verdient,
und nannte es den "Schlüssel zur neueren Geschichte der Juden". Antisemiten und Philosemiten zogen gegen das Wort los, es hallte wieder in der europäischen Presse und blieb geflügelt. Franzos hat es offenbar dem Satze nachgebildet: "Chaque pays a le gouvernement qu'il mérite", der auf Proudhon zurückgeführt zu werden pflegt. Ob mit Recht, bleibt noch zu erforschen. Andere meinen, Friedrich Gentz sei des Gedankens Vater.
Halb-Asien
wird ein Teil des von der Kultur nur überfirnissten Osteuropas genannt, nachdem ihn Karl Emil Franzos zuerst im Feuilleton der "Neuen freien Presse" (Herbst 1875, "Von Wien nach Czernowitz") so bezeichnete. Franzos citierte sich dann selbst, als er (Jan. 1876) das Buch
herausgab: "Aus Halb-Asien. Kulturbilder aus Galizien, der Bukowina, Südrussland und Rumänien".—
In der No. 28 der "Züricher Post" vom 2. Februar 1888 steht ein satirisches Lied von Karl Henckell (geb. 1864), das den Titel: "Lockspitzellied" führt. Davon stammt das Wort
Lockspitzel
als Verdeutschung von "agent provocateur". Die Bezeichnung "Spitzel" für Spion entstammt der österreichischen Volkssprache.—