Mit dem Klagelaut des sterbenden Singschwans ("Cycnus musicus" s. Brehms "Thierleben" 1879, II, 3 S. 446: "sein letztes Aufröcheln ist klangvoll wie jeder Ton, welchen er von sich giebt") vergleicht Äschylus (525-456 v. Chr.) eines Menschenkindes schwungvolle Worte vor dem Tode, indem er ("Agam." 1445) Klytämnestra von Kassandra sagen lässt:
"ἡ δέ τοι, κύκνου δίκην
τὸν ὕστατον μέλψασα θανάσιμον γόον"
"Jene, die nach Art des Schwans
Zu singen anhub letzten Todesklaggesang."
Cicero wendet ("de orat." 3, 2, 6) denselben Vergleich auf L. Crassus an, der starb, kurz nachdem er eine Rede gehalten: "Illa tanquam cycnea fuit divini hominis vox"—"Das war gleichfalls die Schwanenstimme des göttlichen Menschen". Und so nennen wir die letzte Schöpfung eines dahingeschwundenen Geistes sein
Schwanenlied
oder seinen
Schwanengesang.—
Pindar (521-441 v. Chr.) bietet die Worte ("Olymp." 1, 1):