"Das Gesetz (sc. der Natur, das dem Stärkeren Recht giebt), der König über alle Sterblichen und Unsterblichen, waltet mit allmächtiger Hand, das Gewaltsamste billigend".
Herodot (3, 38) citiert ausser dem Zusammenhang: "ὀρθῶς μοι δοκέει Πίνδαρος ποιῆσαι νόμον πάντων βασιλέα φήσας εἶναι".—"Pindar scheint mir in seinem Dichten recht zu haben, wenn er sagt: 'das Herkommen ist König über Alle'"; und wiederum anders (7, 104): "ἔπεστι γάρ σφι δεσπότης νόμος ... (ἐπικρατέειν ἢ ἀπόλλυσθαι)"—"über ihnen steht nämlich als Despot das Gesetz (zu siegen oder zu sterben)". Diesen Stellen entsprang das Wort:
Usus tyrannus,
Der Brauch ist Tyrann,
was im Hinblick auf des Horaz ("A. P." 71-72) "usus Quem penes arbitrium est et ius et norma loquendi", "Über die Sprache verfügt der Gebrauch, Recht giebt er und Regel", gewöhnlich auf Sprachliches bezogen wird, wie denn schon Luther (29, S. 258) sagt: "Die natürliche Sprache ist Frau Kaiserin".—
Auf Heraklit (bl. um 500 v. Chr.) wird der bekannte Satz zurückgeführt, dass Alles ewig wechsle (vrgl. oben Kap. III: Börne):
Alles fliesst.
Nach Aristoteles "de coelo" 3, 1 (vrgl. "Metaph." 1, 6 n. "de anima" 2, 2), während er nach Plato ("Kratyl." 402 a.) gesagt haben soll: "πάντα χωρεῖ" ("Alles bewegt sich fort").—
Sophokles (496-406 v. Chr.) sagt im "Oedipus auf Kolonos" 1026-7: