Der Tropfen höhlt den Stein (durch Beharrlichkeit)

citieren wir auch in der lateinischen Form

Gutta cavat lapidem non vi sed saepe cadendo

Der Tropfen höhlt den Stein nicht durch Kraft, sondern durch häufiges Niederfallen.

Ovid ("ex Ponto" 4, 10, 5) singt: "Gutta cavat lapidem" . . fährt dann aber fort "consumitur annulus usu" ("der Ring wird durch den Gebrauch abgenutzt"). Das "non vi sed saepe cadendo" war schon im 16. Jahrh. bekannt, da es folgende Verse hervorrief, welche sich in Giordano Brunos Lustspiel "Il candelajo" ("Der Lichtzieher", 1582) III, 6 finden:

"Gutta cavat lapidem, non bis sed saepe cadendo:

Sic homo fit sapiens, bis non sed saepe legendo".

("Der Tropfen höhlt den Stein, nicht durch zweimaligen, sondern durch öfteren Fall: so wird der Mensch weise, nicht durch zweimaliges, sondern durch öfteres Lesen").—

Ein Wort des Sokrates (469-399 v. Chr.) in Xenophons Memorabilien 1, 3, 5, das Cicero "de finibus" 2, 28, 90 in der Form "cibi condimentum est fames" (Hunger ist der Speise Würze) mitteilt, erscheint schon im 13. Jahrh. im Deutschen. In Freidanks "Bescheidenheit" (Wilh. Grimms "Vridanc", 39) heisst es bereits unter "Von dem Hunger":

Der Hunger ist der beste Koch.—