Der Sultan klagt darin über seine Krankheit, und es wird ihm von zehn Ärzten über dieselbe Aufklärung erteilt.

Schon zu Ende des 17. Jahrh. hatte Sir Thomas Roe, Botschafter Jakobs II. in Konstantinopel, geschrieben, dass das Osmanenreich dem Körper eines alten Mannes gleiche, der, mit Krankheit bedeckt, den Anschein der Gesundheit annehme, obwohl sein Ende nahe sei. In Montesquieus "Lettres Persanes" (1721), I, Brief 19 heisst es dann: "Ich habe mit Erstaunen die Schwäche der Osmanen gesehen. Dieser kranke Körper wird nicht durch eine milde und massige Diät erhalten, sondern durch gewaltsame Mittel, die ihn unaufhörlich erschöpfen und untergraben" . . . und Voltaire (Correspondance XVI) schrieb an Katharina II.: "Votre Majesté dira que je suis un malade bien impatient et que les Turcs sont beaucoup plus malades". Nach H. v. Treitschke ("Deutsche Geschichte im 19. Jahrh." IV, 331) nannte Ancillon den Sultan zuerst einen "kranken Mann".

Endlich enthält ein 1854 im englischen Parlamente verteiltes Blaubuch die Unterredungen von Nikolaus I. mit dem britischen Gesandten Sir George Hamilton Seymour in Petersburg in den Monaten Januar bis April 1853. Am 14. Januar hatte der Kaiser der Pforte als eines an Altersschwäche leidenden Kranken erwähnt, der plötzlich unter den Händen sterben könnte. Seymour hatte über das Gespräch nach London an Lord Russel berichtet. Auf des letzteren Rückäusserung, die Auflösung des Patienten würde doch vielleicht noch länger, vielleicht noch hundert Jahre dauern, sagte der Kaiser zum Gesandten am 20. Februar 1853: "Ich wiederhole Ihnen, dass der Kranke im Sterben liegt".—

Über

Alter Schwede

bemerkte von Treitschke in einem Vortrage an der Berliner Universität über "Geschichte des preussischen Staates" (Sommer 1879), der Ausdruck sei dadurch entstanden, dass der grosse Kurfürst (1640-88) alte gediente schwedische Soldaten in seine Dienste zu treten veranlasste. Diese Leute seien vornehmlich zu Unteroffizieren gemacht worden, weil sie Rekruten gut zu drillen verstanden; sie hiessen "die alten Schweden". Weigand erklärt die Redensart als "Mann von altem Schrot und Korn"; "Der richtige Berliner" (4. Aufl., 1882, S. 92) als "gemütliche Anrede".—

In der Schlacht am Speierbache am 14. Nov. 1703 im spanischen Erbfolgekriege waren die deutschen Truppen, unter ihnen die von ihrem Erbprinzen geführten Hessen-Kasseler, geschlagen worden. Am 13. Aug. 1704 verloren die Franzosen die Schlacht bei Höchstedt (Blenheim). Als ihr Feldherr, Marschall Tallard, gefangen vor den Erbprinzen von Hessen geführt wurde, rief ihm dieser entgegen: "Ah, monsieur le maréchal, vous êtes très-bien venu, voilà de la revanche pour Speierbach".

Revanche für Speierbach