Mulieres in ecclesiis taceant, Eure Weiber lasset schweigen unter der Gemeine [Gemeinde],
was mit Umänderung in die Einzahl so citiert wird:
Mulier taceat in ecclesia
(vrgl. 1. Timoth. 2, 12). Eine Gnome Menanders (s. Meineke: "Fragm. Com. Graec." 4, 347) lautet schon: Ἱστοὶ γυναικῶν ἔργα, κοὐκ ἐκκλησίαι (Webstühle sind Frauenwerk, Gemeindeversammlungen nicht).—
Nach 1. Kor. 15, 33: "Böse Geschwätze verderben gute Sitten", oder wie Bunsen übersetzt: "Schlechter Umgang verdirbt (besser: "verderbt") gute Sitten", sagen wir:
Böse Beispiele verderben gute Sitten, (Φθείρουσιν ἤθη χρήσθ' ὁμιλίαι κακαί),
Hausrath ("Neutestamentliche Zeitgeschichte", II, S. 398) sagt darüber etwas schulmeisternd:
"So sehr Paulus die Citate liebte, die aus den griechischen Schriftstellern sind sparsam und bestehen ausschliesslich aus allgemeinen, sprichwörtlich gewordenen Citaten griechischer Dichter. 1. Kor. 15, 33 recitiert Paulus einen iambischen Trimeter aus der "Thaïs" des Menander (Menander, ed. Meineke, S. 75); aber er verfehlt das Versmass und lässt sich einen üblen Hiatus zu Schulden kommen, der nur zu deutlich verrät, wie sein Ohr an den Wohlklang griechischer Prosodie nicht gewöhnt ist. Der Spruch selbst aber: "schlechter Umgang verdirbt gute Sitten", ist ein hellenischer Gemeinplatz, den niemand aus Büchern lernte. Vielmehr hat sich Paulus denselben wohl gelegentlich auf der Strasse aufgelesen, wie den unmittelbar vorhergehenden Satz seines Briefes: "Lasset uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot", den er auf dem Sockel der Sandansäule des benachbarten Anchiale gesehen haben dürfte".
vrgl. Weisheit Salomos 4, 12: "Denn die bösen Exempel verführen und verderben einem das Gute".—
1. Kor. 15, 55 lesen wir: