Nach 1. Mos. 2, 18 citieren wir:

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei,

und:

Mann und Frau sind Eins

nach 1. Mos. 2, 24: "Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein Ein Fleisch" (vrgl. Matth. 19, 5).—

Aus 1. Mos. 2, 23, wo Adam von Eva sagt: "Das ist doch Bein von meinen Beinen, und Fleisch von meinem Fleisch", entnehmen wir:

Fleisch von meinem Fleisch und Bein von meinem Bein.—

1. Mos. 3, 5 lesen wir das Schlangenwort: "Und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist". Die Vulgata giebt: "Eritis sicut Dii". "Und werdet sein wie die Götter". Wir aber citieren die Stelle so, wie sie Goethe in der Schülerscene des "Faust" anwendet:

Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum. Und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Die Verwendung bei Goethe dürfte durch Agrippa von Nettesheim vermittelt sein, der im Anfange seines Werkes "de incertitudine et vanitate omnium scientiarum", Köln 1527, sich dahin äussert, die Wissenschaft erhebe zu Gott nur im Sinne dieses Spruches der Schlange. "Eritis sicut Deus" wurde zum Titel eines die Philosophen, besonders Fr. Th. Vischer, verspottenden Romans erkoren, der 1855 anonym zu Hamburg erschien und dessen fromme Verfasserin Wilhelmine Canz hiess.—