Vrgl. Aratus "Phaenomena" 96-106; Tibull 1, 3, 35; Ovid "Amor." 3, 8, 40; "Met." 1, 89-112; d. Verf. d. "Aetna" V. 9 u. Claudian "Lob d. Stilicho" 1, 85.—S.: Eichhoff in "Fleckeisens Jahrb. f. Philol. u. Pädag." 120, 581. Viele einschlagende Stellen der alten Komödiendichter giebt Athenaeus 6 p. 267 E.-270 A. Auch schrieb Eupolis ein "χρυσοῦν γένος".—
In der attischen Komödie des fünften Jahrhunderts v. Chr. finden wir unter anderen Zügen der "goldenen Zeit" bei Krates (s. Athenaeus a. a. O.): "παρατίθου τράπεζα"—"Tisch, decke dich!", dem wir im deutschen Märchen wieder begegnen als
Tischlein, decke dich!—
Telekleides aber singt (ebenda): "ὀπταὶ κίχλαι μετ' ἀμητίσκων εἰς τὴν φάρυγ' εἰσεπέτοντο"—"Gebratene Krammetsvögel mit kleinen Kuchen flogen Einem in den Schlund hinein"; während sie nach Pherekrates (ebenda), sehnsüchtig verspeist zu werden, Einem "περὶ τὸ στόμ' ἐπέτοντο"—"um den Mund herumflogen". Der gleichen Vorstellung entsprang unser:
Gebratene Tauben, die Einem ins Maul fliegen,
von denen schon 1536 Hans Sachs ("Gedichte", Nürnb. 1558, S. 544) in seinem "Schlaweraffen Landt" weiss, so wie das in "les navigations de Panurge" (in d. 1547 zu Valence ersch. Nachdruck d. "Gargantua u. Pantagruel" von Rabelais) vorkommende:
Il attend, ques les alouettes lui tombent toutes rôties (er erwartet, dass ihm die Lerchen ganz gebraten herabfallen).—
Das Märchen vom Lande der Faullenzer (mittelhochdeutsch "slur"), bei uns
Schlaraffenland
genannt, ist den europäischen Völkern gemeinsam. "Das Schluraffenlandt" heisst es 1494 in Sebastian Brants "Narrenschiff" (Zarncke, S. 104), während es bei Hans Sachs (a. a. O.) "Schlaweraffen Landt" und "Schlauraffenlandt" lautet (s.: J. Pöschel in "Beitr. z. Gesch. d. deutschen Spr. u. Lit." Bd. 5, Halle 1878 u. F. Liebrechts Nachträge dazu in Gräbers "Zeitschr. f. roman. Philol." 3, 127).—