Der bleibt ein Narr sein Lebenlang.
Sagt Doktor Martin Luther.
Nach Redlich ("Die poetischen Beiträge zum Wandsbecker Bothen", Hamburg 1871, S. 57) machte wahrscheinlich Joh. Heinrich Voss diese Verse, also nicht Claudius, wie W. Roeseler ("Mathias Claudius und sein Humor", Berlin 1873, S. 41) annimmt. Dann teilt Voss den oben citierten Vers 1777 im "Musenalmanach" (Hamburg, S. 107) mit der Überschrift "Gesundheit" und der Unterschrift "Dr. M. Luther" mit. Auch sein 1777 gedichtetes Lied: "An Luther" ( Voss: "Sämmtl. Gedichte" Königsb. 1802. B. 4, S. 60) endet mit jenen Worten, und aus seiner Anmerkung S. 294, ersehen wir, dass Hamburger Pastoren in dem Abdrucke des Spruches im Musenalmanach eine Verunglimpfung Luthers erblickten und deshalb Vossens Wahl zum Lehrer am Johanneum vereitelten. Über den Ursprung gab Voss keine Auskunft. Herder ("Volkslieder", 1. T. Leipz. 1778, S. 12) schliesst die Zeugnisse über Volkslieder mit:
Wer nicht liebt, Weib, Wein und G'sang,
Der bleibt ein Narr sein Leben lang.
Luther.
Karl Müchler giebt in dem zuerst in F. W. A. Schmidts "Neuem Berliner Musenalmanach für 1797", S. 48 gedruckten Trinkliede "Der Wein erfreut des Menschen Herz" ("Lieder geselliger Freude", herausg. von J. F. Reichardt, 1797, 2. Abtlg. S. 15) jeder Strophe die Kehrreime:
— —Was Martin Luther spricht:
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang,
Der bleibt ein Narr sein Lebelang;