Aus dem "Esopus", (4, 62; 1548) des Burchard Waldis (1490-1556) stammt:

Das ist für die Katze,

oder, wie man im Königreich Sachsen zu sagen pflegt:

Das ist der Katze,

d. h. das lohnt nicht, das bringt nichts ein. Der Ausdruck ist ein Rest der dort befindlichen Erzählung "Vom Schmied und seiner Katze". Ein Schmied nahm sich vor, von seinen Kunden nichts für seine Arbeit zu verlangen, sondern die Bezahlung ihrem eigenen Willen anheimzustellen; sie begnügten sich aber mit dem blossen Danke. Nun band er seine fette Katze in der Werkstatt an, und wenn ihn die Kunden mit leeren Worten des Dankes verliessen, sagte er: "Katz, das geb ich dir!" Die Katze verhungert, und der Schmied beschliesst, es zu machen wie die anderen Handwerker.[17] Seume glaubte, die Schnurre rühre von Taubmann her; denn er schreibt in seinem Buche "Mein Leben", ziemlich gegen Ende: "so dass ich— — —weiter nichts erntete, als ein freundliches 'Wir bleiben Euch in Gnaden gewogen', wovon doch am Ende selbst Taubmanns Katze ihr Bischen Geist aufgab".

[17] S. Balthasar Schuppius "Freund in der Not" (1657) S. 229, "der Kurtzweilige Zeitvertreiber" von 1666, S. 41 und Abraham a St. Clara "Huy und Pfuy der Welt".

In den "Deutschen Rechtssprichwörtern" von Graf und Dietherr, 2. Ausg., Nördlingen 1869, S. 267 steht "vom Danke kann man keine Katze füttern" und in der Anmerkung a: "von'n danke kan man keine katten futtern". Es ist also ebenso möglich, dass Waldis seine Erzählung daraus herspann, wie, dass diese Worte aus ihr entsprangen.—

Lehrstand, Nährstand, Wehrstand

wird bei Erasmus Alberus (1500-53) zum ersten Male angedeutet. In seiner "Predigt vom Ehestand" aus dem Jahre 1546 (auf der Königl. Bibliothek in Berlin) heisst es Bogen 6: "Der Priester muss lehren, die Oberkeit wehren, die Bauerschaft nähren" und in seinem "Buch von der Tugend und Weisheit, nämlich 49 Fabeln" (Frankfurt a. M. 1550, Fabel 47, Morale):

"Fein ordentlich hat Gott die Welt