lustwandeln
in "Der Adriatischen Rosemund" (1645) zum ersten Male für "spazieren gehen" an. Mit seinen anderen, S. 366 daselbst zusammengestellten Verdeutschungen drang er nicht durch; aber "lustwandeln" erhielt sich, weil es den Spott ganz besonders hervorrief. Christian Weise macht sich in dem satirischen Romane (1672) "Die drei ärgsten Erznarren in der ganzen Welt", Kap. 11 darüber lustig, sowie Grimmelshausen in "Des weltberühmten Simplicissimi Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen Michel u. s. w." (o. O. u. J. Kap. 5 g. E.). Im obengenannten Verzeichnisse bildete Zesen das Wort
Gottestisch(für Altar)
wohl mit Anlehnung an 1. Kor. 10, 21 "Teilhaftig sein des Herrn Tisches".—
Samuel Rodigast (1649-1708) dichtete das evangelische Gesangbuchlied:
Was Gott thut, das ist wohlgethan.—
Wenn in unfeinen Kreisen die Geliebte eines Menschen als seine
Charmante
(noch gemeiner: Schockscharmante) bezeichnet wird, so ist dieser Ausdruck dem Französischen nicht unmittelbar entnommen, da "sa charmante" einem Franzosen in diesem Sinne unverständlich ist. "Charmante" ist vielmehr eine der Geliebten des Helden in Christian Reuter s (geb. 1665) die entarteten Simpliciaden geisselnden Romane "Schelmuffskys Wahrhafftige, Curiöse und sehr gefährliche Reisebeschreibung zu Wasser und zu Lande, in hochteutscher Frau Muttersprache eigenhändig und sehr artig an den Tag gegeben von E. S". (Hamburg 1696.)[19] —
[19]S. die Anmerkung unter "Ente".