Gottfr. Aug. Bürger s (1748-94) Gedicht "Die Weiber von Weinsberg" (1774) enthält:

O weh, mir armen Korydon!,

eine Klage, die sich ursprünglich auf den in unerwiderter Liebe zum schönen Alexis hinschmachtenden Schäfer Korydon in Vergils 2. Ecloge[25] bezieht, der den Namen seinem Vorbilde Theokrit entlehnte, in dessen 4. Idylle Korydon handelnd auftritt, während er Idylle 5, 6 nur erwähnt wird. Bürger benutzte ein altes Studentenlied, in dem ein Vers beginnt:

O weh, mir armen Choridon, o weh!

("Studentenlieder des 17. und 18. Jahrh.", herausg. v. Rob. u. Rich. Keil, 1861, S. 171.) Zu erinnern ist hier auch noch an das Gedicht des Adam Olearius:

"Coridons Klage über die jetzige verkehrte Welt".—

[25] Vrgl. Vers 69:

"Ah, Corydon, Corydon! Quae te dementia cepit!"

"Korydon, Korydon, Ach! Welch Wahnsinn hat dich ergriffen!"

Wonach dann bei Iuvenal 9, 102 "O Corydon, Corydon!" so viel heisst, wie "O du Hans Narr!"—