Ein letztes Glück und einen letzten Tag.—

Aus dem Abschnitt "Sprüche" (zugleich auch aus dem "Westöstlichen Divan. Buch der Sprüche") citieren wir das nach Ev. Joh. 9, 4 (s. Kap. I dieses Buches ) gebildete:

Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann!

Die Nacht tritt ein, wo niemand wirken kann.—

In Goethes "Sprüchen in Prosa", Abt. 2 heisst es:

"Es giebt

problematische Naturen,

die keiner Lage gewachsen sind, in der sie sich befinden, und denen keine genug thut".

Hiernach gab Friedrich Spielhagen einem seiner Romane den Titel "Problematische Naturen" (1860). Goethe schrieb auch in der "Geschichte der Farbenlehre" (III. Abt. "Bacon v. Verulam"): "Man durchsuche Dictionnaire, Bibliotheken, Nekrologe, und selten wird sich finden, dass eine problematische Natur mit Gründlichkeit und Billigkeit dargestellt worden . . ." und er wandte das Wort noch einmal an, als er in Jena am 8. Okt. 1827 zu Eckermann ("Gespräche" III, 143) vom Kuckuck sagte: "Er ist eine höchst problematische Natur, ein offenbares Geheimniss, das aber nichtsdestoweniger schwer zu lösen, weil es so offenbar ist".—

Aus Goethes "West-östlichem Divan" (1819) stammt das beliebte Aufsatzthema: