Nach Athenäus, 14, p. 616 E (vrgl. Plutarch "Agesilaos" 36) sagte der Ägypterkönig Tachos zum Spartanerkönig Agesilaos: Ὤδινεν ὄρος, Ζεῦς δ' ἐφοβεῖτο, τὸ δ' ἔτεκεν μῦν (der Berg kreisste, Zeus geriet in Angst, der Berg aber gebar eine Maus). Horaz machte daraus ("Ars poëtica", 139) auf die hochtrabend beginnenden Dichterlinge den Spottvers:
Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus. Wie das Gebirg' auch kreisst, es kommt nur 'ne schnurrige Maus 'raus,
(vrgl. Phädrus "Fabeln" IV. 22). Die erste Anwendung dieses wohl ursprünglich Äsopischen Wortes im Deutschen scheint am Ende des 12. Jahrh. in Hartmanns von der Aue "Erec", 9048, vorzukommen.—
Ein Wort des griechischen, ohne Habe aus seinem Vaterlande fliehenden Philosophen Bias (bl. um 570 v. Chr.) nahm der "Wandsbecker Bote" in der lateinischen Form:
Omnia mea mecum porto Alles Meinige trage ich bei mir
zum Motto. Claudius veranstaltete dann eine Sammlung seiner Werke unter dem Titel "Asmus omnia sua secum portans oder: Sämtliche Werke des Wandsbecker Boten", 8 Bde., Hamburg 1774-1812. Cicero "Paradoxa", 1, 1, 8 stellt die Worte so: "Omnia mecum porto mea". Bei Valerius Maximus 7, 2, externa, 3 heisst es: "ego, inquit, vero bona mea mecum porto". Seneca legt einen fast wörtlich, dem Sinne nach ganz gleichen Ausspruch dem Philosophen Stilpon (bl. um 300 v. Chr.) bei, im 9. Briefe und in der Schrift "Über die Standhaftigkeit der Weisen", Kap. 5 u. 6; so auch Plutarch "Über Seelenruhe", Kap. 17. (S. Zeller II, 1, p. 234[5].) Phädrus führt 4, 21 den Ausdruck auf den Dichter Simonides von Keos (556-469 v. Chr.) zurück, dem wir auch nach Claudians Verse ("Ep." 4, 9):
"Fors iuvat audentes, Cei sententia vatis", "Wagende fördert das Glück, so sagte der Dichter von Keos",
(andere Lesart:
"Fors iuvat audaces, prisci sententia vatis", "Herzhafte fördert das Glück, so sagte ein uralter Sänger")
mittelbar das